Quelle: ZAMG

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Inflation sank in Österreich im September auf 2,0

17.10.2018 - 12:03
Treibstoffe waren ein Preistreiber© APATreibstoffe waren ein Preistreiber

Der Preisauftrieb in Österreich hat sich im September etwas abgeschwächt. Die Inflationsrate ist von 2,2 Prozent im August auf 2,0 Prozent zurückgegangen. Stärkster Preistreiber waren die Ausgaben für Verkehr, etwa Treibstoffe, gefolgt von den Kosten für Wohnen, Wasser und Energie, erklärte die Statistik Austria am Mittwoch.

Die Ausgaben für Verkehr kamen im September im Schnitt um 3,8 Prozent teurer als ein Jahr davor. Die um 13,9 Prozent höheren Spritpreise waren für ein Fünftel der Inflation verantwortlich. Für Wohnen, Wasser, Energie musste um 2,1 Prozent mehr hingeblättert werden. Den Ausschlag dafür gaben die im Schnitt um 3,6 Prozent höheren Mieten, Haushaltsenergie verteuerte sich um 2,9 Prozent. Nahrungsmittel kosteten um 1,3 Prozent mehr. Der für Eurozonen-Vergleiche ermittelte heimische Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im September um 2,1 Prozent höher als ein Jahr davor.

Bei den Treibstoffpreisen gibt es vorerst keine Entspannung. Der Spritpreis-Anstieg war in Österreich im September mit 13,9 Prozent im Jahresabstand fast ebenso stark wie im August mit +14,0 Prozent. Mit 0,40 Prozentpunkten waren Treibstoffe im Vormonat für ein Fünftel der Inflation verantwortlich, so die Statistik Austria am Mittwoch.

Die Reparaturen privater Verkehrsmittel wurden um 2,9 Prozent teurer, dafür verbilligten sich Flugtickets um 6,1 Prozent. Die Verteuerung bei Haushaltsenergie (um 2,9 Prozent) war im September weniger stark durch höhere Heizölpreise beeinflusst (+19,6 Prozent) als im August (+24,3 Prozent). Fernwärme kostete 2,4 Prozent mehr, Strom um 0,1 Prozent mehr, Gas verbilligte sich um 5,7 Prozent.

Restaurants und Hotels kamen im Schnitt um 3,1 Prozent teurer. Laut Statistik Austria waren dafür fast ausschließlich höhere Preise für Bewirtungsdienstleistungen (+3,0 Prozent) verantwortlich. Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent.

Im Bereich "Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses" stiegen die Preise um 2,2 Prozent; dazu trugen primär Einrichtungsgegenstände und Bodenbeläge bei, die sich mit +2,5 Prozent aber weniger stark verteuerten als noch im August (+3,8 Prozent).

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten durchschnittlich um 1,3 Prozent mehr, ebenso wie Nahrungsmittel allein. Dabei waren Brot und Getreideerzeugnisse um 1,8 Prozent teurer, Gemüse um 3,5 und Fleisch um 1,5 Prozent. Für Öle und Fette musste um 1,8 Prozent mehr hingelegt werden, bei Milch, Käse und Eiern war der Preisanstieg mit insgesamt 0,4 Prozent gering. Obst verbilligte sich um 0,3 Prozent. Alkoholfreie Getränke kosteten um 1,4 Prozent mehr.

Die Preise der Gruppe "Freizeit und Kultur" stiegen mit +0,2 Prozent kaum, da sich billigere Pauschalreisen als kräftiger Preisdämpfer erwiesen (-5,4 Prozent). Freizeit- und Kulturdienstleistungen kosteten insgesamt 2,8 Prozent mehr. Zeitungen und Zeitschriften kamen um 1,9 Prozent teurer, nachdem es im August noch 7,4 Prozent im Jahresabstand gewesen waren. Nachrichtenübermittlung verbilligte sich um 1,8 Prozent, wozu vor allem billigere Mobiltelefone (-8,3 Prozent) beitrugen. Bekleidung und Schuhe kosteten im Schnitt 0,5 Prozent weniger; dabei sanken die Preise für Bekleidungsartikel um 0,4 Prozent und jene für Schuhe um 0,8 Prozent.

Der sogenannte "Mikrowarenkorb", der den typischen täglichen Einkauf widerspiegeln soll und überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält, kostete heuer im September um 1,3 Prozent mehr als ein Jahr davor (nach +2,4 Prozent im August). Der typische wöchentliche Einkauf - der "Miniwarenkorb" mit Nahrungsmitteln, Dienstleistungen und Sprit - kostete im September im Jahresabstand um 4,8 Prozent mehr (August +5,5 Prozent).

Im Monatsabstand - von August auf September - waren Bekleidung und Schuhe (+21,7 Prozent) die Hauptpreistreiber. Hauptgrund dafür war das Ende der Sommerschlussverkäufe und das Eintreffen der Herbst/Winterkollektion. Insgesamt verteuerten sich Bekleidungsartikel so binnen Monatsfrist um 25,7 Prozent und Schuhe um 13,7 Prozent. Hauptpreisdämpfer von August auf September waren Freizeit und Kultur (-1,7 Prozent) wegen der saisonal billigeren Pauschalreisen (-9,2 Prozent).

Die Inflationsrate innerhalb der EU hat im September 2,2 Prozent betragen, für die Eurozone lag die Teuerung bei 2,1 Prozent. Österreich landete mit 2,1 Prozent genau im Durchschnitt der Währungsunion. Rumänien registrierte laut Eurostat-Daten vom Mittwoch mit 4,7 Prozent das stärkste Inflationsplus, Dänemark hatte hingegen den geringsten Preisanstieg mit nur 0,5 Prozent.

Hinter Rumänien lagen Ungarn (3,7 Prozent), Bulgarien (3,6 Prozent), Estland (3,5 Prozent) und Lettland (3,3 Prozent). Unter der 3-Prozent-Marke rangierten Belgien (2,8 Prozent), Großbritannien, Luxemburg und die Slowakei (je 2,8 Prozent), Frankreich, Malta und Schweden (je 2,5 Prozent), Litauen (2,4 Prozent), Spanien (2,3 Prozent), Deutschland und Slowenien (je 2,2 Prozent).

Weniger als der EU-Durchschnitt von 2,2 Prozent wiesen auf: Österreich und Tschechien (je 2,1 Prozent), Portugal (1,8 Prozent), Zypern (1,7 Prozent), Kroatien und die Niederlande (je 1,6 Prozent), Italien und Polen (je 1,5 Prozent), Finnland (1,4 Prozent), Irland (1,2 Prozent), Griechenland (1,1 Prozent) und Dänemark (0,5 Prozent).

(APA)

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