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OMV verdient nach Produktionssprung besser

02.08.2018 - 14:37
OMV-Chef Seele präsentierte Halbjahresbilanz© APAOMV-Chef Seele präsentierte Halbjahresbilanz

Der heimische Öl- und Gaskonzern OMV hat im ersten Halbjahr 2018 seine Produktion vor allem durch die Beteiligung am russischen Gasfeld Juschno Russkoje um mehr als ein Viertel gesteigert und auch besser verdient. Allerdings war das Ergebnis im zweiten Quartal unterm Strich "nicht beeindruckend", räumt OMV-Chef Rainer Seele ein.

Die Gesamtproduktion stieg in der ersten Jahreshälfte um 27 Prozent auf 428.000 boe/d (Barrel Öläquivalent pro Tag), für das Gesamtjahr rechnet Seele mit einer durchschnittlichen Produktion von über 420.000 Barrel am Tag, "wobei Russland etwa 100.000 Barrel beitragen wird und der Produktionsbeitrag aus Libyen mit 25.000 Barrel am Tag auf dem Niveau vom letzten Jahr sein wird". Im dritten Quartal werde die Produktion wegen geplanter Wartungen in Russland und Norwegen sowie des Verkaufs der Assets in Pakistan etwas geringer ausfallen, im vierten Quartal aber deutlich höher sein.

Das um Lagerhaltungseffekte bereinigte CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten verbesserte sich im ersten Halbjahr um 5 Prozent auf 1,54 Mrd. Euro, der Periodenüberschuss drehte von -112 Mio. Euro auf 807 Mio. Euro ins Plus. Der Umsatz war mit 10,68 Mrd. Euro praktisch unverändert gegenüber der ersten Jahreshälfte 2017. Im zweiten Quartal blieb unterm Strich ein Periodenüberschuss von 276 Mio. Euro. "Das liegt daran, dass die OMV eine deutlich höhere Steuerquote hatte, sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal", sagte Seele am Donnerstag bei der Präsentation der Ergebniszahlen.

Das Upstream-Geschäft habe zwar von der höheren Produktion und den besseren Preisen profitiert, "aber wir haben im ersten Halbjahr alleine durch den schwächeren Dollar 150 Mio. Euro Währungskursbelastung gehabt".

Das Downstream-Geschäft, also die Raffinerien, habe auf Grund niedrigerer Margen einen geringeren Beitrag geliefert. Auch ein Raffinerie-Stillstand in Rumänien habe stärker belastet als ursprünglich erwartet. "Der reine Produktionsausfall war eine Belastung von 35 Mio. Euro." Darüber hinaus habe man auch durch den Aufbau von Lagerbeständen im zweiten Quartal eine Belastung von 60 Mio. Euro gehabt, diese Ergebnisbelastung im Downstreambereich werde man im Laufe des Jahres wieder abbauen, "dieser Effekt geht dann positiv ins zweite Halbjahr".

Für das zweite Halbjahr sei er sehr optimistisch, sagte der OMV-Chef. Allein das Closing der Akquisition in Neuseeland werde einen Produktionszuwachs um 30.000 Barrel am Tag bringen. Darüber hinaus erwarte man den Start der Ölproduktion in Abu Dhabi, "das ist in der Plateau-Produktion bis zu 40.000 Barrel am Tag". Beim Gasfeld Aasta Hansteen in Norwegen soll ebenfalls die Produktion beginnen, es soll einen Produktionsbeitrag von bis zu 18.000 Barrel am Tag bringen. "Wenn unsere Vorhersage stimmt - wir gehen in diesem Jahr von einem Ölpreis von 70 Dollar aus -, dann wird sich die höhere Produktion natürlich noch stärker auswirken."

Die entscheidende Kennzahl sei für die OMV der operative Cashflow, der im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro gestiegen sei. "Diese 2,3 Milliarden waren ausreichend, um unsere Investitionen von 1,1 Milliarden im ersten Halbjahr zu zahlen, und die OMV konnte aus diesem operativen Cashflow die zwei Ölfelder in Abu Dhabi kaufen, die haben 1,2 Milliarden gekostet."

Durch den Verkauf der OMV Pakistan seien 200 Mio. Euro hereingekommen und die Dividendenzahlungen hätten fast 700 Mio. Euro ausgemacht. "Wir wollen bis zum Ende des Jahres den Cashflow so managen, dass wir die Dividende voll aus dem operativen Cashflow bezahlen können."

Beim umstrittenen Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 sei man im Zeitplan und im Budget, sagte Seele. In deutschen Gewässern habe man bereits mit der Verlegung der Rohre begonnen. "Wir warten nur noch auf eine einzige Genehmigung, nämlich aus Dänemark." Durch eine mögliche Routenalternative müsste die Pipeline nicht mehr durch dänisches Hoheitsgewässer führen, sondern durch internationale Gewässer der "Ausschließlichen Wirtschaftszone Dänemarks", was gute Voraussetzungen für die Genehmigung durch die dänischen Behörden schaffe.

Die OMV-Aktie gab heute bis 14 Uhr um 0,83 Prozent auf 47,60 Euro nach. Seit Jahresbeginn hat sie um ein Zehntel an Wert verloren. "Damit sind wir zutiefst unzufrieden", sagte Seele. Man werde die positiven Aspekte der OMV bei den Finanzmärkten noch mehr kommunizieren müssen.

(APA)

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