Quelle: ZAMG

Wirtschaftskolumne

Partner

PR Inside

Lufthansa kündigt Verträge mit Laudamotion - Ryanair warnt

13.07.2018 - 14:55
Laudamotion muss nun woanders Flugzeuge mieten© APALaudamotion muss nun woanders Flugzeuge mieten

Nach der Übernahme der Fluggesellschaft Laudamotion durch Ryanair zieht die AUA-Mutter Lufthansa die Daumenschrauben an. Die Lufthansa will die Verträge für neun Flugzeuge nach eigenen Angaben kündigen, die sie derzeit an Laudamotion vermietet hat - das ist fast die Hälfte der Flotte. Die österreichische Tochter werde vom Vorgehen der Lufthansa bedroht und destabilisiert, warnte Ryanair.

Über die Kündigung der Leasingverträge ist an einem Gericht in London ein Verfahren anhängig. So lange dies nicht geklärt sei, blieben die Flugzeuge bei Laudamotion, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. Ein Verhandlungstermin sei für den 20. Juli angesetzt, wann eine Entscheidung falle, sei offen.

Nur durch die Anmietung (Wet-Leasing) von zehn Boeing-737-Flugzeugen von Ryanair sei Laudamotion in der Lage, eine Flotte von 19 Flugzeugen im Sommer 2018 zu bedienen, schrieb Ryanair am Freitag in einer Aussendung. Ryanair-Manager Juliusz Komorek forderte deshalb die EU-Kommission auf, aktiv zu werden und "weitere Versuche der Lufthansa zu unterbinden, den Wettbewerb durch verbraucherfeindliches Verhalten zu beeinträchtigen."

"Die Behauptungen entbehren jeder Grundlage", wehrte sich die Lufthansa. Laudamotion habe die Leasinggebühren für die neun Flugzeuge wiederholt nicht gezahlt. Deshalb seien die Verträge gekündigt worden, um die Flieger bei der Lufthansa-Tochter Eurowings einzusetzen. Lufthansa kann die Laudamotion-Maschinen nach eigenen Angaben bei ihrer Billigmarke Eurowings gut gebrauchen.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstag zugestimmt, dass Europas größter Billigflieger Ryanair drei Viertel der Anteile an Laudamotion übernimmt. Der österreichische Ex-Rennfahrer und Luftfahrtunternehmer Niki Lauda hatte nach den Pleiten von Air Berlin und Niki die einst von ihm gegründete Niki übernommen und unter dem Namen Laudamotion im März neu an den Start gebracht. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Der deutschen Airline wird von Ryanair vorgeworfen, "Laudamotion zu destabilisieren und zu schaden". Ryanair beschuldigt die Lufthansa, die Zahlung von mehr als 1,5 Millionen Euro an Wet-Lease-Gebühren zu verzögern, die Laudamotion für Flüge zustünden, die sie im März, April und Mai für die Lufthansa bedient habe.

Hintergrund ist ein Streit um Flugzeuge und (seit heute Freitag gekündigte) Leasingverträge, der in die Zeit vor dem Neustart der Laudamotion als Nachfolgegesellschaft der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki reicht. Der ehemalige Rennfahrer Niki Lauda hatte Niki einst selbst gegründet. Im Zuge der Air-Berlin-Pleite kaufte Lauda die Airline Anfang 2018 zurück. Kurz davor war die Übernahme durch die deutsche AUA-Mutter Lufthansa am Widerstand der EU geplatzt.

Wie Ryanair heute schrieb, versuche die Lufthansa "neun Flugzeuge, die sie als Auflage durch die EU-Kommission an Laudamotion für die Wiederaufnahme des Betriebs zur Verfügung stellen musste, wieder abzuführen." Laut Ryanair hat es die Lufthansa im Detail versäumt, zwei der 11 Flugzeuge zu liefern, die sie gemäß der Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission für die Übernahme von Air Berlin hätte übergeben müssen. Die Auslieferung einiger Flugzeuge, zu der die Lufthansa sich verpflichtet habe, verzögere sich bis nach der Sommersaison 2018, was die Möglichkeiten von Laudamotion weiter einschränkt, Slots zu bedienen und Flüge sowie Services für den Sommerflugplan 2018 anzubieten. Deshalb müssten nun die Ryanair-Maschinen angemietet werden.

(APA/dpa)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech