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Mahrer folgt Leitl an Spitze der Wirtschaftskammer

18.05.2018 - 11:05
Harald Mahrer (links) und Christoph Leitl© APAHarald Mahrer (links) und Christoph Leitl

Nach 18 Jahren ist am Freitag die Ära Christoph Leitl in der Wirtschaftskammer (WKÖ) zu Ende gegangen. Harald Mahrer hat den Präsidentensessel von ihm im Rahmen einer Sitzung des Wirtschaftsparlaments übernommen. Mahrer will das große Ganze, also ganz Österreich, im Auge haben und mit starker Stimme für die Unternehmen sprechen, wie er sagt. Den anderen Sozialpartnern streckt er die Hand aus.

"Ein Kapitel geht zu Ende", sagte Leitl in seinen letzten offiziellen Worten als WKÖ-Präsident im Beisein von Bundespräsident Alexander van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und einem etwas verspäteten Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ), dessen Kommen Leitl eigens "Respekt, dass du kommst" abrang.

Die Wirtschaftskammer stehe gut da, betonte Leitl. Zur Sozialpartnerschaft sagte Leitl, dass es ein Stück österreichische Identität sei, durch ein Miteinander die Dinge besser zu machen. Auch bei ihnen bedankte sich Leitl. "Sie haben nicht alles 'deppat' gemacht." So könne man mehr bewegen, auch mehr bewegen als mit guten Einzelstücken. Zur Lage zwischen Europa und den USA zeigte sich der nunmehrige Ex-WKÖ-Präsident alarmiert: "Wir sind keine Hampelmänner und wir dürfen uns schon gar nicht erpressen lassen." Es brauche eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

Die Bestellung Mahrers erfolgte auf Basis einer Nachwahl. Dafür reicht der Vorschlag der stimmenstärksten WKÖ-Fraktion. Das ist der ÖVP-Wirtschaftsbund, dessen Präsident Mahrer ebenso ist - auch als Nachfolger von Leitl, der noch Chef der europäischen Wirtschaftskammern Eurochambres bleibt. Angelobt wurde Mahrer von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP).

Am Ende seiner Rede wünschte Leitl der gesamten Kammer ein "Glück auf" und erhielt stehenden Applaus. Begonnen wurde die Sitzung mit der Bundeshymne, beendet mit der Europahymne.

Mahrer bezeichnete bei seiner Antrittsrede die 517.000 WKÖ-Mitgliedsbetriebe mit 2,6 Millionen Beschäftigten "trotz nicht immer so leichter Rahmenbedingungen" als Rückgrat Österreichs. Er unterscheide nicht zwischen Groß und Klein und auch nicht zwischen Start-up-Firma und Großbetrieben. "Der gemeinsame Erfolg unserer Wirtschaft hängt an der Vernetztheit." Dazu kämen die Mitarbeiter: "Wir sitzen alle im selben Boot. Wirtschaft sind wir alle. Wer immer die Unternehmen schlägt, trifft auch die Mitarbeiter und auch das ganze Land." Er werde sich gegen jene stellen, die die Unternehmen schlagen würden.

Van der Bellen freute sich, ins Wirtschaftsparlament gekommen zu sein. Er sei von der Energie Leitls und Mahrers fasziniert - "eine Mischung zwischen Bewunderung und Neid", sorgte der Präsident für einige Lacher unter den Delegierten. Van der Bellen hob die Bedeutung der Sozialpartnerschaft hervor, "mit der sind wir über die Jahrzehnte sehr gut gefahren". Es gehe darum, zu versuchen, die Interessen des anderen zu verstehen. "Diese Art von Dialogfähigkeit aufrechtzuerhalten, dafür ist Christoph Leitl gestanden. Und für alle diesen 18 Jahre danke ich dir im Namen der Republik Österreich", sagte van der Bellen unter großem Applaus. "Bewahre dir dein Feuer so gut es geht. Deine Mutter und deine Frau müssen es irgendwie aushalten."

Ähnliches gelte für Mahrer, so van der Bellen. Er habe "ausgezeichnete Voraussetzungen für den Job". Es sei wichtig, dass es Institutionen in Österreich gibt, die die Offenheit vor sich hertragen. "Wir haben auch gegenteilige Beispiele", sagte der Bundespräsident.

Bundeskanzler Kurz bedankte sich bei Leitl und Mahrer für die Art und Weise, wie sie die Übergabe gestalten. Er sei nicht nur als Kanzler, sondern auch "als Freund" ins Wirtschaftsparlament gekommen. Kurz sprach "Christoph" (Leitl) Bewunderung für seine große Energie aus. Leitl sei auch "immer einer gewesen der Junge in der Partei und im Wirtschaftsbund gefördert" habe. "Ich bedanke mich auch im eigenen Namen: Du weißt was ich meine", sagte Kurz. Der Kanzler gratulierte Mahrer, der voller Visionen sei, und sagte, Mahrer sei der Beste für die Wirtschaftskammer. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dir."

Wirtschaftsministerin Schramböck sprach von einer "Staffelübergabe, einer Betriebsübergabe, die ein bisschen Wehmut vermittelt und ein wenig Euphorie auch". Sie dankte Leitl für sein "unermüdliches Schaffen", seine mahnenden Worte, die auch weiter kommen werden und sein "Herz, das für die Wirtschaft schlägt". Die Politikerin ging auch auf die aktuellen Herausforderungen ein. Als erstes nannte sie den digitalen Wandel, den man gemeinsam gestalten müsse. Auch der Fachkräftemangel gehöre zu den größten Herausforderungen. Dazu komme noch der notwendige Bürokratieabbau, so Schramböck. Es gehe um einen Rahmen, dass es leicht sei, Unternehmer in Österreich zu sein.

(APA)

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