Quelle: ZAMG

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Zahl der Arbeitslosen auf knapp 385.000 Menschen gesunken

02.05.2018 - 14:38
Die Tendenz geht weiter zu mehr Menschen mit Beschäftigung© APA (dpa)Die Tendenz geht weiter zu mehr Menschen mit Beschäftigung

Rückgänge in allen Bundesländern, allen Altersgruppen und praktisch allen Branchen: Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich auf den niedrigsten April-Wert seit 2013 gefallen. Nach nationaler Definition waren im vergangenen Monat 7,7 Prozent arbeitslos. Das ist laut dem Arbeitsmarktservice (AMS) ein Rückgang von 7,1 Prozent zum Vorjahresmonat auf 384.486 Menschen inklusive Schulungsteilnehmern.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen sank um 4,9 Prozent auf 179.913, jene der Männer um 8,8 Prozent auf 204.573. Inländer hatten 256.005 (minus 9,6 Prozent) keinen Job, Ausländer 128.481 (minus 1,7 Prozent). Die Zahl der Unter-25-Jährigen ohne Arbeit sank um 6 Prozent auf 63.777, jene der Älteren ab 50 Jahren um 5,5 Prozent auf 103.052. Die Zahl der langzeitarbeitslosen Personen (mehr als 12 Monate) ging um fast 7.000 oder 11,4 Prozent auf knapp 52.500 zurück.

"Die Konjunktur läuft bemerkenswert gut. Das Wachstum liegt eindeutig über drei Prozent", sagte AMS-Chef Johannes Kopf im Gespräch mit der APA. "Wir gehen davon aus, dass wir das ganze Jahr über kräftige Rückgänge in der Arbeitslosigkeit sehen werden." Im Jahresschnitt rechnet Kopf mit einem Minus von 30.000. Auch im Jahr 2019 sei ein weiterer Rückgang im Jahresschnitt von 5.000 bis 15.000 Menschen möglich.

Mit der absoluten Höhe der Arbeitslosigkeit könne man jetzt aber nicht zufrieden sein, sagte Kopf. Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit sei aber immerhin der stärkste seit 2006, der zur niedrigsten Aprilarbeitslosigkeit seit 2013 führte.

Dass die Zahl der Arbeitslosen mit derzeit rund 385.000 immer noch höher ist als zum Beispiel im April 2013 (gut 350.000) oder vor allem im April 2008 (260.000), ist laut Kopf vor allem auf das inzwischen viel größere Arbeitskräfteangebot zurückzuführen, das um rund 400.000 stieg. Der Anstieg sei dem Bevölkerungswachstum, der Einwanderung und vor allem auch dem Zuzug von EU-Bürgern, die Arbeit suchen, geschuldet, sagte der AMS-Chef.

Zwischen Arbeiterkammer (AK) und Wirtschaftskammer (WKÖ) entbrannte indes eine Debatte um die Sinnhaftigkeit von Eingliederungsbeihilfen für Unternehmen, die Arbeitslose einstellen. Eingliederungsbeihilfen durch das AMS für Ältere seien "goldrichtig", so WKÖ-Arbeitsmarktexperte Martin Gleitsmann. Diese Eingliederungsbeihilfen wurden von der neue Präsidentin der Arbeiterkammer (AK), Renate Anderl, kritisiert. Sie ortet dabei Einsparungspotenzial: "Da fließen Förderungen auch an Arbeitgeber für die Aufnahme neuer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sie sowieso einstellen würden."

Gleitsmann verteidigte die Eingliederungsbeihilfen aber vehement: "Es ist sehr positiv, dass auch künftig 60 Prozent der für Ältere und arbeitsmarktferne Personen gewidmeten AMS-Mittel für Eingliederungsbeihilfen und Kombilöhne reserviert sind." Ein guter neuer Ansatz sei zudem, dass Ausbildungen, die überwiegend direkt in den Betrieben stattfinden, noch stärker forciert werden sollen. "Auf diese Weise erhalten die Arbeitssuchenden neben einem Job auch eine maßgeschneiderte Ausbildung."

Bei den aktuellen Zahlen fällt auf, dass die Zahl der arbeitslosen ausländischen Staatsbürger sich "nicht annähernd so günstig entwickelt wie bei den Inländern", sagte Kopf. Das Inländer-Minus liegt bei 9,6 Prozent das bei Ausländern bei 1,7 Prozent. "Dahinter stehen Asylberechtigte", sagt Kopf. "Jeden Monat kommen 700, 800, 900 Menschen zusätzlich neu zu uns. Die Arbeitslosigkeit von Geflüchteten ist steigend, weil es dauert, sie zu integrieren. Die Aufgabe der Integration bleibt eine Herausforderung." Hierbei gebe es Verbesserungspotenzial bei den Schnittstellen zu den Mindestsicherungsstellen in den Bundesländern, um zeitliche Verzüge zu vermeiden, sagte Kopf gegenüber dem Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio.

(APA)

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