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Rewe wuchs online und im Lebensmittelhandel - Minus bei Bipa

12.04.2018 - 14:17
Die deutsche Gruppe verzeichnete in Österreich ein Umsatzplus© APA (dpa)Die deutsche Gruppe verzeichnete in Österreich ein Umsatzplus

Der Handelskonzern Rewe hat in Österreich 2017 quer über seine Lebensmittelgeschäfte Billa, Merkur, Penny und Adeg Umsatzzuwächse von rund 2 Prozent erzielt. Das Online-Geschäft wuchs dynamisch. Der Billa-Online-Shop erzielte Wachstumsraten von 40 Prozent, jener von Merkur legte um 246 Prozent zu. Sorgenkind war erneut die Drogeriekette Bipa mit Umsatzeinbußen von fast 4 Prozent.

Die eingeleiteten Maßnahmen bei Bipa hätten aber seit Herbst 2017 eine positive Wirkung gezeigt, die Tendenz gehe nach oben, gab Rewe am Donnerstag bekannt. Bei Bipa wurde nach schwierigen Jahren mit Umsatz-und Marktanteilsverlusten die Notbremse gezogen. Die fast 600 Filialen zählende Kette wird gerade rundumerneuert: Wo früher viel pink, Kanten und jede Menge Parfums waren, sollen nun dezentere Farben, Holz, wärmeres Licht und ein neues Sortiment andere Käufergruppen in die Filialen locken.

Bei Billa stiegen die Umsätze im abgelaufenen Jahr in Österreich um 2,61 Prozent, bei Merkur um 1,38 Prozent, bei Adeg um 2,17 Prozent. Beim Diskonter Penny erhöhten sich die Erlöse 2017 nur leicht um 0,7 Prozent. In Summe setzte Rewe im vergangenen Jahr am österreichischen Markt brutto 8,53 Mrd. Euro um, um 1,7 Prozent mehr als im Jahr 2016.

Rewe beschäftigt allein in Österreich fast 43.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und verfügt über rund 2.500 Filialen. Am dichtesten ist das Netz der Supermarktkette Billa mit 1.069 Standorten. Mit einem Marktanteil von 34,3 Prozent ist Rewe der größte Lebensmittelhändler in Österreich.

Die Rewe-eigene Drogeriekette Bipa wird seit Umsatz- und Marktanteilsverlusten neu aufgestellt und kräftig zusammengestutzt. In den kommenden Jahren soll sich das Bipa-Filialnetz von derzeit 600 um 50 bis 100 Standorte verringern, kündigte Marcel Haraszti, Bereichsvorstand für das Rewe-Vollsortiment in Österreich, an.

Im Schnitt sollen die Filialen künftig auch größer werden. Statt 280 bis 300 Quadratmeter wären 300 bis 350 Quadratmeter "ideal", sagte Haraszti am Donnerstag beim Jahrespressegespräch von Rewe International. Die Neuausrichtung bei Bipa greife auch langsam, im ersten Quartal 2018 stiegen die Umsätze um 7 Prozent. 2017 gab es noch einen Rückgang um 4 Prozent auf 720 Mio. Euro.

Bipa kommt in Österreich auf einen Marktanteil von rund 40 Prozent. Marktführer ist dm, obwohl die Kette mit rund 400 Standorten deutlich weniger Filialen hat als Bipa.

Bipa sei "eine Baustelle, die wir Ende 2017 angefasst haben", räumte Haraszti ein. 2017 seien 26 Standorte geschlossen, aber 13 neu aufgemacht worden. Auch heuer sollen etwa 13 Filialen zusperren. Nach dem Rückzug von Schlecker bzw. Dayli habe man nicht rechtzeitig genug auf die Situation, den steigenden Preisdruck und manche Trends reagiert, hatte Bipa-Chef Erich Riegler vergangenes Jahr eingeräumt.

In Summe hat Bipa bisher 80 Filialen auf das neue Konzept umgestellt. Dieses sieht dezentere Farben, Holz, wärmeres Licht und ein neues Sortiment vor. Hatte die Kette früher vor allem junge Frauen im Fokus, sollen nun vermehrt auch Familien, Ältere sowie Männer angesprochen werden. Mit gesunden Snacks und nachhaltigen Pflegeprodukten will Bipa auch umwelt- und gesundheitsbewusste Kunden anziehen.

Ein absolutes Novum sind seit der Neuausrichtung Snacks wie Müsli, Vollkornriegel & Co - bisher ein Steckenpferd von Konkurrent dm. Das Parfum-Sortiment hingegen wird bei Bipa stark reduziert, andere Bereiche wie dekorative Kosmetik, Körperpflege und Haushaltsprodukte erhöht.

(APA)

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