Quelle: ZAMG

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Arbeitslosenzahl im März auf unter 400.000 gesunken

03.04.2018 - 12:45
Es geht aufwärts am Arbeitsmarkt© APA (Symbolbild)Es geht aufwärts am Arbeitsmarkt

Die Zahl der Jobsuchenden ist im März auf unter 400.000 gesunken. Vor allem bei Inländern gab es einen deutlichen Rückgang, während bei Ausländern fast Stagnation herrschte. Die Lehrstellenlücke konnte nahezu geschlossen werden. Dafür ist nahezu jeder dritte Arbeitslose über 50 Jahre alt. Neben der guten Konjunktur sorgten auch die frühen Osterferien für eine Entlastung am Arbeitsmarkt.

Inklusive Schulungsteilnehmer waren im März 398.503 Personen auf Jobsuche, das ist ein Rückgang im Jahresvergleich von 7,5 Prozent. 321.903 waren beim AMS arbeitslos gemeldet, dazu kamen 76.600 Schulungsteilnehmer. Ihre Zahl stagnierte gegenüber dem März 2016, wobei es bei Inländern einen Rückgang von 7,4 Prozent gab, bei Ausländern hingegen - nicht zuletzt wegen des Flüchtlingszustroms 2015 - wurde ein Zuwachs von 10,7 Prozent verzeichnet. 50 Prozent von ihnen seien Asylberechtigte oder Personen mit subsidiärem Schutz, teilte Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) mit.

Gerade für Ausländer bleibt der Arbeitsmarkt schwierig. 97.810 waren arbeitslos (nicht in Schulung) gemeldet, bei den Inländern waren es 224.093. Weiterhin problematisch ist die Lage bei der Generation 50+. Mit 101.579 Arbeitslosen stellten sie fast jeden Dritten auf Jobsuche, der nicht in Schulung war. Bei den Jugendlichen (unter 25) wurde hingegen ein kräftiger Rückgang der Arbeitssuchenden verzeichnet (minus 17,2 Prozent).

Schwierig ist nach wie vor die Lage bei Langzeitarbeitslosen. Zwar war deren Zahl im Jahresvergleich um 10,7 Prozent rückläufig, trotzdem sind nach wie vor über 53.000 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos. In Kombination mit einem fortgeschrittenen Alter sind diese Personen laut früheren Angaben des AMS nur noch sehr schwer vermittelbar.

Schwieriger wird es auch für Akademiker. Mit einem Plus von 8,8 Prozent verzeichneten sie den höchsten Zuwachs bei den Schulungen, bei den Arbeitslosen den mit minus 3,1 Prozent geringsten Rückgang. Gut schaut es derzeit für Lehrlinge aus. Die Zahl der offenen und sofort verfügbaren Lehrstellen legte um 18,6 Prozent auf 5.049 zu. Ihnen stehen 5.117 Lehrstellensuchende gegenüber, womit die Lehrstellenlücke fast geschlossen wurde.

Die frühen Osterferien haben die Arbeitslosenzahlen im Tourismus und im Gastgewerbe im März deutlich sinken lassen. Rückläufig waren auch alle anderen großen Branchen - mit Ausnahme des Baus, wo die Arbeitslosigkeit stagnierte.

Nach Bundesländern betrachtet gab es den größten Rückgang bei den Arbeitslosen in Tirol mit minus 25,4 Prozent. In Wien fiel das Minus mit 6 Prozent deutlich geringer aus, geringer war es nur noch im Burgenland mit 5,2 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich österreichweit über alle Branchen leicht um 2,7 Prozent auf 3,712 Mio. Personen. Im europäischen Vergleich liegt Österreich bei der Zahl der Arbeitslosen im guten Mittelfeld. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote laut Eurostat lag im März bei 5,5 Prozent, in Deutschland bei 3,6 Prozent und innerhalb der EU-28 bei 7,3 Prozent.

Unterdessen stärken Wirtschaftskammer, Gewerkschaft und SPÖ dem AMS den Rücken. Die Bundesregierung hatte Kritik am Arbeitsmarktservice geübt. WKÖ-Arbeitsmarktexperte Martin Gleitsmann, verwies auf die bisher geleistete "gute Arbeit" durch das Management des AMS und die gemeinsame Steuerung durch Regierung und Sozialpartner. "Hier befinden wir uns am richtigen Weg. Aktueller Beweis ist der im Verwaltungsrat letzte Woche von Regierung und Sozialpartnern einstimmig gefasste Beschluss über das Förderbudget 2018", so Gleitsmann.

Auch die Gewerkschaft ließ das AMS-Führungsduo Johannes Kopf und Herbert Buchinger hoch leben. Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, verwies "auf die erfolgreiche Vermittlungstätigkeit des AMS" und kritisierte die Bundesregierung, die sich "lieber darin übt, das AMS schlechtzureden und auszuhungern". Und auch die SPÖ ritt heute zur Unterstützung des AMS-Managements aus. Sie sprach davon, dass sich die jetzige Bundesregierung einen "sinnlosen Kleinkrieg mit den AMS-Vorständen" liefere, der in einer Umfärbung enden solle. "Schwarz-Blau opfert den aktiven Arbeitsmarkt der neoliberalen Ideologie", so SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher.

Industrie, Wirtschaftskammer und NEOS betonten indes einträchtig, dass die Zumutbarkeitsbestimmungen verschärft werden müssten. "Es gibt in Österreich ein massives Arbeitskräftegefälle zwischen Osten und Westen, hier braucht es klare Maßnahmen", so NEOS-Arbeitsmarktsprecher Gerald Loacker. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), meinte wiederum: "Im Fokus der Arbeitsmarktpolitik müssten eine rasche Vermittlung von Arbeitssuchenden auf offene Stellen, die Vermeidung von Beschäftigungshemmnissen sowie das Setzen von Beschäftigungsanreizen stehen." Gleitsmann schloss sich dem an: "Die Forcierung der überregionalen Vermittlung bleibt nach wie vor ein zentrales Thema."

(APA)

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