Quelle: ZAMG

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Airliner Niki Lauda wirbt um die Gunst der Mitarbeiter

24.01.2018 - 17:42
Niki Lauda trat am Mittwoch vor die Niki-Belegschaft© APANiki Lauda trat am Mittwoch vor die Niki-Belegschaft

Niki Lauda braucht für seinen Neustart der Fluglinie die Mitarbeiter. Am Mittwoch hat er am Flughafen Wien den Beschäftigten sein Konzept vorgestellt und zugesichert, nicht wieder so wie in der Vergangenheit auf Leiharbeitsverträge zu setzen. Vor Medien gab sich der Ex-Rennfahrer und mehrmalige Airlinegründer wortkarg. In Deutschland wurde indes der Weg für den Verkauf an Lauda freigeräumt.

Laudamotion zahlt ab 1. März die Gehälter der Niki-Mitarbeiter, wie es nach der Mitarbeiterveranstaltung hieß. Bis dahin kommt das Geld indirekt von Lauda über die Insolvenzmasse, so wie es auch beim Deal mit Vueling geplant war. Von 1. bis 12. Jänner sprang in Österreich der Insolvenzentgeltfonds ein.

Viele Mitarbeiter hatten mit Lauda, der alle Techniker, Piloten und Flugbegleiter über eine Personalleasingfirma namens Labourpool beschäftigte, schlechte Erfahrung gemacht. Lauda muss daher Überzeugungsarbeit leisten. Lauda dazu vor Journalisten: "Ich glaub nicht, dass es so schwer sein wird". Er versprach den Mitarbeitern, dass sich die neuen Verträge am bisherigen Stand orientieren werden und es zu keiner Verschlechterung kommt.

Die Gewerkschaft ist misstrauisch. "Momentan ist es wenig vertrauensbildend, wenn Lauda sagt, er kennt den KV nicht. Der ist öffentlich einsehbar," erklärte Karl Dürtscher von der GPA-djp im ORF-Radio. Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits sagte, "das Mindeste ist, dass der Status Quo erhalten bleibt". Einzelverträge anstatt eines Kollektivvertrages lehnte er klar ab.

Zur Stimmung sagte Tankovits: "Skeptisch trifft es am besten." Manche Kollegen zeigten sich aber auch erfreut, dass es nach den Jahren des Abstiegs im deutschen Air-Berlin-Konzern nun wieder unter österreichischer Führung weitergeht.

Die Vorbehalte der Niki-Belegschaft erklärte ein Flugkapitän mit den "unschönen Erlebnissen" des vergangenen Halbjahres. "Wir sind leider sehr leidgeprüft." Wichtig sei nun, dass es eine Perspektive gibt. Ob Niki im Frühjahr ein Pilotenengpass droht, sei schwer zu sagen. Viele hätten aber bereits Angebote von AUA, Eurowings oder Wizz Air, diese würden nun mit jenem von Lauda verglichen.

Zu den beiden Mitarbeiterveranstaltungen am Mittwochvormittag waren ungefähr 600 der insgesamt 1.000 Niki-Mitarbeiter gekommen. Viele von ihnen hatten die spanische IAG-Billigtochter Vueling als Käufer bevorzugt. Diese liebäugelt weiter, in Wien Flieger zu stationieren. Details und Zeitplan gibt es aber noch nicht. Lauda selbst will Ende März mit 15 Flugzeugen wieder abheben.

Der Übernahme steht indes auch formal nichts mehr im Weg: Die Niki Luftfahrt GmbH hat in Deutschland ihre Beschwerde gegen die Durchführung des Hauptinsolvenzverfahrens in Österreich zurückgezogen, gleichzeitig wurde in Berlin ein Sekundärinsolvenzverfahren eröffnet. Der deutsche Gläubigerausschuss hat bereits Dienstagabend dem Verkauf an Lauda zugestimmt.

Die österreichische Masseverwalterin Ulla Reisch teilte Mittwochnachmittag mit, dass die insolvenzrechtlichen Genehmigungen der Übernahme der insolventen Airline Niki durch die Laudamotion GmbH in Österreich und Deutschland bereits rechtskräftig erfolgt sei. Derzeit werde an einer Umsetzung der kartellrechtlichen Schritte gearbeitet.

Lauda begibt sich nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC allerdings in ein besonders raues Umfeld. Nach mehreren Airline-Pleiten und Flughafen-Deals im vergangenen Jahr erwarten die PwC-Berater auch für 2018 eine weitere Konsolidierung im europäischen Luftverkehr. Weitere Pleiten und Übernahmen seien daher wahrscheinlich. Und der Konkurrenzdruck bleibe voraussichtlich hoch, wie die Markteintritte der ungarischen Wizz Air in Österreich und der Easyjet in Deutschland zeigten.

(APA)

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