Quelle: ZAMG

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Flughafen Wien trotz Air-Berlin-Ausfalls mit Passagierplus

16.01.2018 - 15:17
24,4 Mio. Fluggäste in Wien-Schwechat© APA (Fohringer)24,4 Mio. Fluggäste in Wien-Schwechat

Trotz eines weitgehenden Ausfalls der Air-Berlin-Flüge zu Jahresende aufgrund der Insolvenz der Niki-Mutter hat der Flughafen Wien 2017 ein spürbares Passagier-Plus erzielt. In Wien-Schwechat stieg die Zahl der Fluggäste um 4,5 Prozent auf 24,4 Mio., in der gesamten Gruppe um 6,9 Prozent auf 30,9 Millionen. Für 2018 werden Zuwächse von 3 Prozent in Schwechat und 5 Prozent in der Gruppe erwartet.

Deutliche Wachstumsimpulse erwarte man 2018 durch die Lufthansa-Gruppe und das Low-Cost-Segment, unter anderem durch neue Carrier wie Wizz Air. Ein Wermutstropfen sei die Entwicklung bei Air Berlin und Niki: Dazu erhoffe man aber dennoch, dass es bald Rechtssicherheit für eine tragfähige Lösung für das Unternehmen und seine Beschäftigten gebe, betonte der Vorstand am Dienstag.

Der Flughafen Wien blickt insgesamt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Offiziell bleibt der "Ausblick" auf 2017 zwar mit 120 Mio. Euro Gewinn unverändert, aber "man kann davon ausgehen, dass wir im Konzernergebnis deutlich über den 120 Millionen sein werden", sagte Vorstand Günther Ofner am Dienstag in Wien bei der Präsentation der Verkehrszahlen für 2017.

Da wie bisher rund die Hälfte des Konzerngewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll, sei für 2017 auch eine höhere Dividende als für 2016 zu erwarten - damals waren es 0,625 Euro je Aktie. Und gäbe es "die ärgerliche Groteske" rund um die Niki-Insolvenz nicht, könnte das Ergebnis des Flughafens heuer noch besser aussehen, so Ofner.

Der Höhenflug soll 2018 weitergehen. Das Periodenergebnis soll über 132 Mio. Euro steigen, der Umsatz über 755 Mio. Euro, das Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) über 325 Mio. Euro. Die Verschuldung werde unter 300 Mio. Euro gedrückt. 175 Mio. Euro sollen investiert werden.

Das Jahr 2018 soll durch Betriebsansiedlungen 1.000 neue Jobs am Standort bringen. So plant DHL in Kürze die Errichtung eines 70.000 Quadratmeter großen Logistikcenters mit 500 Arbeitsplätzen. Ob das eigene Frachtflüge nach sich zieht, sei noch offen, sagte Ofner. 2018 prioritär ist auch ein Umschlagzentrum für den Pharmahandel mit gekühlten Lagerräumen. In diesem Segment erhofft sich der Flughafen Wachstumschancen. Planungen laufen für weitere Büroflächen (Office Park 4), ab 2020 sollen weitere 25.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Auch werden Interessenten für ein drittes Hotel gesucht, das jüngst eröffnete Moxy laufe sehr gut. Schließlich plant der Flughafen die Einrichtung eines Gesundheitszentrums, für Mitarbeiter aber auch Angestellte von Firmen. Wer Mitglied ist, soll innerhalb einer Woche einen Kassen-Facharzttermin garantiert bekommen.

Bei der dritten Piste erwartet Ofner im Laufe des Jahres einen Spruch des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) und ist zuversichtlich, dass es diesmal grünes Licht für die dritte Piste gibt. Da die Pistengegner im Falle einer Genehmigung für das Projekt schon den Gang zum Verfassungsgericht angekündigt haben, werde es aber heuer noch keine Rechtssicherheit geben.

Druck macht der Flughafen auch in Bezug auf ein anderes Infrastrukturprojekt: Die Bahnverbindung nach Bratislava müsse unbedingt schneller verwirklicht werden. Derzeit gilt 2036 als Ziel, das sei angesichts der Verkehrsentwicklung zu spät. "In den nächsten Wochen" sollte der Ministerrat in Wien die Planung für die Trasse freigeben, erwartet Ofner. Aus seiner Sicht müssten die Planungen "deutlich vorgezogen" werden. Im Zusammenhang damit wären eine Donauquerung und der Lobautunnel ebenfalls dringlich, sonst werde das Wachstum der Region behindert.

(APA)

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