Quelle: ZAMG

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2017 brachte Trendwende am Arbeitsmarkt

02.01.2018 - 15:24
Ende Dezember warten 443.481 Menschen auf Arbeitssuche© APA (dpa)Ende Dezember warten 443.481 Menschen auf Arbeitssuche

Die gute Wirtschaftslage hat 2017 nach fünf Jahren steigender Arbeitslosigkeit eine Trendwende am Arbeitsmarkt gebracht. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 443.481 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 5,9 Prozent. Für AMS-Chef Johannes Kopf "deutlich besser als prognostiziert". Auch im Gesamtjahr 2017 gab es einen Rückgang der Arbeitslosen von 2,9 Prozent.

Das AMS hatte Ende Dezember 2017 ein Beschäftigungswachstum von mehr als 80.000 und fast 28.000 weniger Menschen ohne Job registriert. Die Aussichten für 2018 sind gut: "Weiter steigende Stellenmeldungen sowie alle vorliegende Prognosen lassen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit über das ganze heurige Jahr erwarten", twitterte Kopf am Dienstag. In allen Bundesländern, großen Branchen sowie bei jung und alt fänden sich rückläufige Zahlen.

Bei Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern ab 50 Jahren kam es im Dezember zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosen von 1,7 Prozent. "Monat für Monat sank die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich immer stärker, sodass auch zunehmend mehr und mehr Gruppen am Konjunkturaufschwung teilhaben konnten", sagt Kopf. Im Jahresdurchschnitt weist diese Altersgruppe allerdings einen Anstieg von 3 Prozent auf.

Gute Signale gab es hingegen bei der Jugendarbeitslosigkeit, die sich im Dezember 2017 um 17,2 Prozent verringerte. Mit Schulungsteilnehmern belief sich der Rückgang allerdings nur mehr auf 8 Prozent. Männer (-6,9 Prozent) profitierten zum Jahresausklang etwas mehr von der Erholung am Arbeitsmarkt als Frauen (-4,4 Prozent), Inländer (-8,4 Prozent) mehr als Ausländer (-0,2 Prozent). In dieser Betrachtung sind Schulungsteilnehmer inkludiert. Im Gesamtjahr 2017 kam es bei Ausländern allerdings zu einem Anstieg der Arbeitslosen um 2,6 Prozent.

Am Lehrstellenmarkt gibt es nach wie vor mehr Lehrstellensuchende (6.340) als gemeldete offene Stellen (4.273). Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht lediglich in Tirol, Salzburg und Oberösterreich. Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende Dezember um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert, während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um 26 Prozent zugenommen hat. Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze lag Ende Dezember mit 54.818 um 31 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Dezember 2017 ist die Arbeitslosigkeit in allen Branchen zurückgegangen, wobei vor allem "klassische Konjunkturbranchen" anziehen, wie Kopf einräumte. Das Beschäftigungswachstum sei nicht nur durch Teilzeitjobs oder prekäre Verhältnisse zustande gekommen, sondern auch durch Vollzeitstellen, so Kopf.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung sank 2017 um 0,5 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent. Im EU-Vergleich ist der vormalige Spitzenreiter Österreich im Oktober auf Rang 9 abgerutscht.

AMS-Chef Johannes Kopf unterstützt übrigens die Streichung des Beschäftigungsbonus und der Aktion 20.000 durch die neue Bundesregierung, da diese Programme derzeit aufgrund des "enormen Beschäftigungswachstums" und der "brummenden Wirtschaft" nicht notwendig seien und anderweitig besser eingesetzt werden könnten. Denn zusätzliche Mittel für den Arbeitsmarkt werde es nicht geben.

(APA)

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