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Betriebsratschef begrüßte Niki-Übernahme durch IAG

30.12.2017 - 14:27
740 Jobs sollen erhalten bleiben© APA (AFP)740 Jobs sollen erhalten bleiben

Die geplante Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Niki durch die International Airlines Group stößt bei den Beschäftigten auf Erleichterung. "Unter den Umständen war es die beste Lösung", sagte Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits im Ö1-Morgenjournal. "Jetzt haben wir die Information, dass es für 750 Mitarbeiter von 1000 auf jeden Fall weitergeht."

Um die verbleibenden Angestellten mache er sich keine großen Sorgen. Es gebe sehr gute Jobchancen bei Konkurrenten für das fliegende Personal. Tankovits geht davon aus, dass Niki nicht vor März wieder fliegt. Zunächst müssten IT-Verkaufssysteme umgestellt werden.

Niki soll unter das Dach des zur IAG gehörenden spanischen Billigfliegers Vueling kommen. Für 20 Millionen Euro wird Vueling große Teile des Niki-Geschäftsbetriebes übernehmen. Zudem erklärte sich IAG bereit, der Fluglinie für die Zeit bis zur Übernahme mit Finanzmitteln von bis zu 16,5 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Damit sollen laufende Betriebskosten gedeckt werden. Ein Verkauf wird bis Ende Februar angestrebt.

Die spanisch-britische Holding IAG ist der drittgrößte europäische Luftfahrtkonzern. Zu diesem gehören neben British Airways und Vueling auch Iberia, Aer Lingus und Level.

Nach Angaben des vorläufigen Niki-Insolvenzverwalters Lucas Flöther sollen rund drei Viertel der Arbeitsplätze erhalten bleiben. Nach Darstellung von IAG-Chef Willie Walsh passt Niki perfekt in die Strategie von Vueling. Der Konzern will den Kauf über eine neue, österreichische Tochter von Vueling abwickeln und nach eigenen Angaben 740 der rund 1000 Mitarbeiter übernehmen.

Der Erwerber übernehme die Niki-Markenrechte, alle Start- und Landerechte der Niki Luftfahrt GmbH sowie bis zu 15 Mittelstreckenjets der Typen Airbus A320 und A321, teilte Flöther nach Unterzeichnung des Kaufvertrages am späten Freitagabend weiter mit. Laut IAG soll ein "attraktives" Paket aus Start- und Landerechten an Flughäfen wie Wien, Düsseldorf, München, Palma de Mallorca oder Zürich erworben werden.

Die Flugzeuge selbst sind in dem Kaufpreis nicht enthalten. Die Niki-Jets sind allesamt geleast und gehören teilweise bereits der Lufthansa, die die Übernahme der Niki nach Bedenken der EU-Kommission abgeblasen hatte.

Gegenüber dem Luftfahrtportal "Austrian Aviation Net" erklärte eine Sprecherin des IAG-Konzerns, dass fünf Flugzeuge in Wien-Schwechat stationiert werden sollen. Details zu den Strecken sollen laut IAG demnächst bekannt gegeben werden. Derzeit steuert die Low-Cost-Airline von Wien aus nach Barcelona, Palma, Paris und Rom.

Niki-Insolvenzverwalter Flöther und IAG standen unter Zeitdruck. Hintergrund ist, dass die Airline ansonsten Gefahr läuft, die Betriebserlaubnis und damit die wertvollen Start- und Landerechte, die sogenannten Slots, an den Flughäfen zu verlieren. Zudem drohte Niki das Geld auszugehen.

Die Tochtergesellschaft der seit Monaten insolventen Air Berlin hatte Mitte Dezember Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Zuvor war die bereits ausgehandelte Übernahme durch den deutschen Marktführer Lufthansa an Bedenken der EU-Wettbewerbshüter über mögliche Monopolstrecken abgesagt worden.

Ursprünglich hatten sich sechs Bieter verbindlich um den Kauf der Niki bemüht. Am vergangenen Donnerstag legte sich der Gläubigerausschuss darauf fest, nur noch mit der IAG zu verhandeln.

"Die Übernahme durch Vueling ist für beide Seiten eine sehr gute Lösung", sagte Flöther. Niki erhalte einen finanzstarken Partner mit einem langfristigen Fortführungskonzept. Dies sei neben dem besten Kaufpreisangebot auch der Grund gewesen, warum sich der vorläufige Gläubigerausschuss für Vueling ausgesprochen habe.

IAG-Chef Walsh sagte laut einer Pressemitteilung: "Niki war der wirtschaftlichste Teil von Air Berlin, und die Ausrichtung auf den Freizeitbereich passt perfekt zur Strategie von Vueling." Diese Einigung erlaube Vueling, seine Präsenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu verstärken.

(APA/dpa/ag.)

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