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Lauda aus dem Rennen um Niki-Übernahme

28.12.2017 - 21:06
Niki Lauda gibt sich geschlagen© APA (Archiv/dpa)Niki Lauda gibt sich geschlagen

Niki Lauda kriegt nun doch nicht die von ihm gegründete und mittlerweile insolvente Air-Berlin-Tochter Niki zurück. Er bekam am Donnerstag vom Insolvenzverwalter beschieden, dass er nicht mehr im Rennen ist. Die Airline dürfte nun an die spanisch-britische IAG-Gruppe gehen. Im Gespräch sei eine Kaufsumme von 40 Mio. Euro, berichtet die "Bild am Sonntag".

Die IAG-Gruppe ist die Holding über British Airways, Iberia und Vueling. Spanische Branchenportale hatten Vueling schon seit Tagen als Favorit gehandelt. Mit einem zweistelligen Millionenbetrag habe IAG - die Gruppe ist Nummer drei in Europa - das höchste Offert abgegeben, berichtete Reuters unter Berufung auf Insider. Offizielle Bestätigung gibt es noch nicht.

Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther teilte nur mit, es werde exklusiv mit einem Bieter über einen Kaufvertrag weiterverhandelt. Das habe der Gläubigerausschuss bei einer Sitzung am Donnerstag entschieden. In den nächsten Tagen solle der endgültige Kaufvertrag stehen, ließ er wissen. Namen nannte der Insolvenzverwalter nicht.

Die Niki-Führung bewarb in einem Schreiben an die eigene Belegschaft die möglicherweise bevorstehende Übernahme durch die spanische IAG. Darin betonten Geschäftsführer Oliver Lackmann und Flöther, dass die potenziellen neuen Eigner keine Zerschlagung der Fluglinie planen und ein Großteil der Arbeitsplätze erhalten bleiben soll.

Wörtlich ist in dem Schreiben, das Donnerstagabend verschickt wurde und der APA vorliegt, von "guten Nachrichten" und "Anlass zu größter Zuversicht" die Rede. Man stehe kurz vor Abschluss eines Kaufvertrags "mit einem renommierten internationalen Investor".

Appelliert wird an die Mitarbeiter, sich nicht durch öffentliche Äußerungen einzelner (damit gemeint wohl der unterlegene Mitkonkurrent Niki Lauda, Anm.) verunsichern zu lassen. Tatsache sei: Der vom vorläufigen Gläubigerausschuss ausgewählte Investor strebe eine ganzheitliche Fortführung des Geschäftsbetriebs "mit mindestens einem Großteil der Arbeitsplätze" an: "Eine Zerschlagung von NIKI wird mit diesem Investor definitiv nicht erfolgen." Der Gläubigerausschuss habe sich gerade für diesen Investor ausgesprochen, weil er wirtschaftlich stark sei und das attraktivste Fortführungskonzept vorgelegt habe.

Niki hatte am 13. Dezember Insolvenz angemeldet und über Nacht den Flugbetrieb eingestellt. Noch am selben Abend hatte Niki Lauda erklärt, die von ihm einst gegründete Airline aus der Insolvenz heraus kaufen zu wollen.

Eigenen Angaben zufolge hat Lauda etwas mehr als 18 Mio. Euro für Niki geboten. Einen dürren Vierzeiler mit dem entsprechenden Hinweis habe er als Mitteilung vom Insolvenzverwalter bekommen, sagte Lauda dem "Standard".

Die geplante Übernahme durch die deutsche AUA-Mutter Lufthansa wurde Mitte Dezember abgeblasen. Die EU-Wettbewerbshüter befürchteten Monopolstrecken. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat am vergangenen Wochenende in einem Interview erklärt, dass die EU-Kommission die Übernahme nur unter der Auflage genehmigen wollte, "dass wir Niki umgehend weiterverkaufen. Darauf konnten wir uns natürlich nicht einlassen."

Ende vergangener Woche hatten sechs Interessenten Angebote für Niki abgegeben. Mit vier Bietern wurde in den vergangenen Tagen verhandelt. Am Donnerstag waren nur mehr zwei im Rennen - bis zu Mittag: Dann war auch Niki Lauda draußen.

Warum sein Angebot nicht durchging, habe man ihm nicht mitgeteilt, sagte Lauda. "Ich wollte Niki und die Jobs in Österreich erhalten." Wenn nun ans Ausland verkauft werde, auch seiner Vermutung nach in Richtung Vueling, dann sei dies die komplette Zerschlagung der Niki. "Dann haben wir in Österreich keine zweite Airline mehr." Ein Konkurs über Niki sei nun nicht mehr abwendbar, sagte Lauda zur APA. Die Fluglizenz sei nur bis 3. Jänner verlängert worden.

(APA)

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