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Verhandlungen um Niki - Ergebnis in Kürze erwartet

27.12.2017 - 15:31
Mehrere Bieter sollen im Rennen sein© APA (dpa)Mehrere Bieter sollen im Rennen sein

Für die insolvente Fluggesellschaft Niki sind Verhandlungen mit potenziellen Käufern weit fortgeschritten. Ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther sagte am Mittwoch zur APA, dass "in Kürze" mit einem Ergebnis zu rechnen sei. Es geht um Teile des Geschäftsbetriebs. Wann das Ergebnis stehen wird, darüber machte die Insolvenzverwaltung im laufenden Verfahren keine Angaben.

Nach wie vor gilt, dass bis Ende Dezember Zeit ist. In einigen nationalen und internationalen Medien wurden Entscheidungen für diesen Donnerstag oder Freitag erwartet. Am Freitag vor Weihnachten hatte der Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass sechs strategische Interessenten Angebote für weite Teile des Geschäftsbetriebs vorgelegt haben. Davon waren fünf Angebote verbindlich. Mit zunächst vier Bietern wurden finale Verhandlungen angekündigt.

Namen nennt der Insolvenzverwalter nicht. Zu den Interessenten zählt nach eigenen Angaben Niki-Gründer Niki Lauda, er wird in Medien immer wieder auch im Verein mit Condor/Thomas Cook genannt, sowie die spanische Vueling/IAG.

Bei der insolventen Fluglinie Niki sind zwar noch viele Fragen offen, für die Beschäftigten im Inland gab es am Mittwoch zumindest eine Antwort, wann sie die Dezembergehälter auf den Konten haben: nämlich bis Jahresende. Fest steht mittlerweile auch, dass ein Niki-Käufer ab Anfang Jänner praktisch sofort die laufenden Kosten decken muss - also auch die Gagen von übernommenen Beschäftigten.

Die Bezahlung der Dezembergagen hat am Nachmittag der Insolvenzverwalter bekannt gegeben: "Alle rund 790 österreichischen Mitarbeiter der Niki Luftfahrt GmbH erhalten voraussichtlich bis Jahresende ihre Löhne und Gehälter für den Monat Dezember", teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit.

Als Niki am 13. Dezember Insolvenz beantragt hat, blieb offen, wie die Löhne und Gehälter der österreichischen Arbeitnehmer finanziert werden können. Weil Niki zu einem deutschen Konzern (Air Berlin) gehört, wurde der Insolvenzantrag in Deutschland gestellt. Dadurch waren zwar die Entgelte der rund 200 deutschen Beschäftigten über das deutsche Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Die österreichischen Arbeitnehmer haben jedoch noch keinen Anspruch auf Zahlungen aus dem österreichischen Insolvenz-Entgeltfonds.

Der Erhalt möglichst vieler Jobs in Österreich und Deutschland sei eine der zentralen Fragen im laufenden Investorenprozess, teilte Flöther am Mittwoch mit. Er ist zuversichtlich, innerhalb der nächsten Tage eine "Investorenlösung" für Niki zu erreichen. "Teil einer solchen Lösung wird es sein, dass der Erwerber bereits ab Anfang Jänner 2018 die laufenden Kosten decken muss, die trotz der derzeitigen Einstellung des Flugbetriebs tagtäglich anfallen. Dazu zählt auch die Entlohnung der österreichischen Mitarbeiter, die der Investor übernehmen will."

Vor den Unterschriften unter einen Kaufvertrag will der Insolvenzverwalter keine Details zum Verhandlungsstand bekanntgeben.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat sich unterdessen in der Weihnachtsausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu den Gründen geäußert, warum die Lufthansa ihr Angebot zurückgezogen und Niki damit in die Pleite geschickt hat: "Die EU-Kommission hatte uns mitgeteilt, egal auf wie viele Start- und Landerechte wir verzichten, sie würde den Kauf in der sogenannten Phase 1 nur unter der Auflage genehmigen, dass wir Niki umgehend weiterverkaufen. Darauf konnten wir uns natürlich nicht einlassen." Für Niki sieht der Lufthansa-Chef "außer uns keinen potenziellen Käufer, der die Niki im Ganzen erwirbt und ihren Betrieb nachhaltig finanziert".

(APA)

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