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Wachstum in allen Bundesländern höher als im Vorjahr

21.11.2017 - 13:50
Arbeitslosenraten sinken erstmals seit 2007 in allen Bundesländern© APA (Symbolbild)Arbeitslosenraten sinken erstmals seit 2007 in allen Bundesländern

Österreichs Konjunktur ist so dynamisch wie seit Jahren nicht mehr, auch regional ist das Wachstum breit aufgestellt. Das Bruttoinlandsprodukt wird heuer in allen Bundesländern stärker steigen als im Vorjahr, erwartet die Bank Austria. Am kräftigsten wachsen die exportstarken Industrieregionen Steiermark und Oberösterreich. Die Arbeitslosenraten sinken erstmals seit 2007 in allen Bundesländern.

Im ersten Halbjahr wuchs Österreichs Wirtschaft um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das war die stärkste erste Jahreshälfte seit 2011. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank Austria mit einer Wachstumsrate von 3,0 Prozent, nach 1,5 Prozent 2016.

"Die hohe Dynamik der österreichischen Wirtschaft ist neben der hohen Inlandsnachfrage zu einem großen Teil auf die wiedererstarkte Auslandsnachfrage aufgrund der guten internationalen Konjunktur zurückzuführen. Unter diesen guten Rahmenbedingungen sollten 2017 alle Bundesländer ein stärkeres Wirtschaftswachstum aufweisen können als im Vorjahr", so UniCredit-Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Die Bauwirtschaft boomt in allen Bundesländern - mit Wachstumsraten der abgesetzten Produktion im teilweise zweistelligen Bereich. Viele Tourismusregionen verzeichnen Nächtigungsrekorde. Der Dienstleistungssektor liefert hingegen einen unterdurchschnittlichen Wachstumsbeitrag.

Die Industrieregionen in Österreich profitieren überdurchschnittlich stark vom kräftigen Anstieg der Auslandsnachfrage. Die Exporte werden nach Einschätzung der Bank Austria heuer österreichweit um rund 8 Prozent auf mehr als 140 Mrd. Euro steigen.

Die Steiermark soll heuer mit 3,6 Prozent Wachstum an der Spitze der Bundesländer liegen, gefolgt von Oberösterreich mit 3,5 Prozent, Tirol mit 3,4 Prozent und Vorarlberg mit 3,2 Prozent. Das Burgenland und Kärnten (je 3,0 Prozent Wachstumsrate) sowie Niederösterreich (2,9 Prozent) werden im österreichischen Durchschnitt erwartet. Schlusslichter sind Salzburg (2,6 Prozent) und Wien (2,7 Prozent) - die beiden Bundesländer mit dem größten Dienstleistungsanteil an der gesamten Wertschöpfung. Salzburg und Wien dürften heuer aber noch immer einen höheren BIP-Anstieg aufweisen als die beiden Spitzenreiter des Vorjahres Vorarlberg und Burgenland mit jeweils 2,4 Prozent Wachstum.

Auch am Arbeitsmarkt setzt sich heuer die Erholung fort. Im Jahresdurchschnitt rechnen die Bankexperten mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 8,6 Prozent, nach 9,1 Prozent 2016. "Erstmals seit 2007 werden im Gesamtjahr 2017 alle Bundesländer einen Rückgang der Arbeitslosenquote aufweisen können", prognostiziert Bank-Austria-Ökonom Robert Schwarz. "Das zeigt wiederum die regionale Breite des österreichischen Wirtschaftswachstums."

Am kräftigsten fällt der prozentuelle Rückgang in Tirol und in der Steiermark aus. Die niedrigste Arbeitslosenrate wird mit 5,4 Prozent weiter in Salzburg erwartet, die höchste in Wien mit 13,1 Prozent. Die Erwerbslosigkeit geht nach Branchen betrachtet auf breiter Front zurück, allen voran am Bau, in der Industrie, im Handel, in der Gastronomie und in der öffentlichen Verwaltung. Die Zahl der Beschäftigten soll österreichweit um 1,8 Prozent steigen, am kräftigsten mit knapp über 2 Prozent in Tirol und in der Steiermark.

Die Industrie trug im ersten Halbjahr rund 40 Prozent zum Gesamtwachstum der österreichischen Wertschöpfung bei. Besonders stark war der konjunkturelle Rückenwind durch die Industrie in Kärnten, Niederösterreich, Tirol, Steiermark, Oberösterreich und Vorarlberg. Von der guten Baukonjunktur profitierten Vorarlberg, Burgenland, Tirol, Kärnten und Wien überdurchschnittlich.

Der Dienstleistungsbereich trug heuer im ersten Halbjahr weniger als 40 Prozent zum Anstieg der österreichischen Wertschöpfung bei, nach mehr als 70 Prozent im Vorjahreszeitraum. "Die relative Schwäche des tertiären Sektors in der ersten Jahreshälfte 2017 sorgte dafür, dass das Gesamtwachstum in den dienstleistungsorientierten Bundesländern Salzburg und Wien unter dem bundesweiten Durchschnitt lag", so Schwarz.

(APA)

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