Quelle: ZAMG

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Metaller-Gespräche gescheitert: ÖGB beschloss Streikfreigabe

07.11.2017 - 12:50
Die Gewerkschaftsseite erhöht den Druck auf die Arbeitgeber© APADie Gewerkschaftsseite erhöht den Druck auf die Arbeitgeber

Auch ein 16-stündiger Verhandlungsmarathon in der fünften Kollektivvertragsrunde der Metalltechnischen Industrie hat in der Nacht auf Dienstag zu keiner Einigung der Sozialpartner geführt. Nun drohen Streiks. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp holten sich am Vormittag die Streikfreigabe vom Gewerkschaftsbund (ÖGB). Den Arbeitgebern wurde ein Ultimatum bis Montagabend für eine Einigung gestellt.

Ohne Abschluss sind gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen ab Dienstag nächster Woche geplant. In den kommenden Tagen stehen Betriebsversammlungen am Programm, wo die konkreten Kampfmaßnahmen beschlossen werden sollen. Details zu den möglichen Maßnahmen wollte man am Dienstag vorerst nicht bekanntgegeben. Die Arbeitgeber hatten zuletzt ein Plus von 2,5 Prozent angeboten, die Gewerkschaften blieben bei ihrer Forderung nach einem Zuwachs von 4 Prozent.

Der Vorstand des Gewerkschaftsbundes habe die Freigabe von Kampfmaßnahmen einstimmig beschlossen, sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar am Dienstag in Wien. In der fünften Metaller-Verhandlungsrunde habe es "kein ausreichend akzeptables Ergebnis" gegeben. Für Foglar ist die Forderung der Gewerkschaft berechtigt, weil es derzeit eine "außerordentlich gute Wirtschaftslage" gebe, die Auslastung in der Metallindustrie "sehr" gut sei und hohe Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

"In Zeiten wo es gut geht" brauche es "einen kräftigen Reallohnzuwachs", betonte Foglar. In wirtschaftlich besseren Zeiten müsse es einen höheren Zuwachs geben als in schlechten Zeiten. Mit Kampfmaßnahmen werde man vonseiten der Gewerkschaft aber "wie immer äußerst sorgfältig umgehen".

Die verhandelnden Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp rechnen mit weiteren Gesprächen mit den Arbeitgebern in den nächsten Tagen. Für PRO-GE-Chef Rainer Wimmer muss beim Abschluss auf jeden Fall ein 3er vor dem Komma stehen. Das derzeitige Angebot der Arbeitgeber mit 2,5 Prozent Lohnplus entspreche "nicht der wirtschaftlichen Realität". Für GPA-Chefverhandler Karl Dürtscher müssten die Arbeitnehmer "ihren gerechten Anteil vom Ergebnis bekommen".

Die Arbeitgeber bedauerten den Abbruch der Kollektivvertragsverhandlungen und kritisierten allfällige Streikbeschlüsse durch die Gewerkschaft. "Wir halten das für unangebracht in der derzeitigen Situation", so Arbeitgebervertreter Veit Schmid-Schmidsfelden. Er glaube aber noch immer an einen Basiskonsens mit den Gewerkschaften zum Wohle des Standortes Österreich.

"Wir waren nicht so weit auseinander", sagte Schmid-Schmidsfelden. Er sehe im Abbruch auch ein Zeichen dafür, dass die Sozialpartnerschaft "zutiefst" reformbedürftig sei. "Für den Standort Österreich wäre es wichtig und notwendig gewesen, fertig zu verhandeln und zu einem Ergebnis zu kommen", so der Arbeitgebervertreter. Zuletzt hätten die Arbeitgeber 2,5 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung geboten, die Arbeitnehmerseite sei von ihren ursprünglich geforderten 4 Prozent auf 3 Prozent zurückgegangen.

Es stelle sich auch die Frage, was es für das Konstrukt Sozialpartnerschaft bedeute, wenn man nach 15 Stunden zu keinem Ergebnis komme, und ob die Mitglieder dafür noch Verständnis hätten. "Die Sorge bleibt zurück, dass die Sozialpartnerschaft keinen Auftrieb bekommen hat", sagte Schmid-Schmidsfelden. Man werde den Betrieben vorschlagen, bereits ab November freiwillig auf Betriebsebene Lohnanpassungen durchzuführen. "Wir wollen faire Löhne bezahlen", so der Arbeitgebervertreter.

"Ich hoffe sehr, dass es nicht zu Streiks kommen wird. Das wäre ein völlig unangemessenes Mittel. Es geht um die gemeinsame Verantwortung für den Standort", so Schmid-Schmidsfelden. Er hoffe, dass die Gewerkschaften ihre Andeutungen nicht in die Realität umsetzen. Die möglichen Kosten eines Streiks würden ihm nicht vorliegen.

(APA)

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