Quelle: ZAMG

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Wifo/IHS: Wachstum beschleunigt heuer auf über 2,5 Prozent

29.09.2017 - 14:42
Das Wifo hob seine BIP-Prognose für 2017 auf 2,8 Prozent an© APADas Wifo hob seine BIP-Prognose für 2017 auf 2,8 Prozent an

Die beiden führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS haben ihre Wachstumsprognosen für Österreich erneut deutlich angehoben. Die heimische Wirtschaft befinde sich derzeit in der stärksten Wachstumsphase seit Mitte der 2000er-Jahre, so das IHS. Das Wifo spricht vom höchsten Wachstum seit sechs Jahren. Die konkreten Einschätzungen für das Wachstum liegen zwischen 2,6 und 2,8 Prozent.

Das Wifo hebt seine BIP-Prognose für 2017 gegenüber Juni von 2,4 auf 2,8 Prozent an, das IHS von 2,2 auf 2,6 Prozent. Damit liegt die Konjunkturdynamik erstmals seit 2013 wieder über dem Euroraum (2,0 Prozent).

Für 2018 erhöht das Wifo die Wachstumsprognose für Österreich von 2,0 auf 2,8 Prozent und das IHS von 1,7 auf 2,1 Prozent. Voriges Jahr wuchs Österreichs Wirtschaft um 1,5 Prozent. Unternehmensumfragen würden vorerst auf keine weitere Verstärkung des Aufschwunges in Österreich hindeuten, so das Wifo. Laut IHS dürfte die Weltkonjunktur aber lebhaft bleiben.

Die Weltwirtschaft befinde sich in einem Aufschwung, der nahezu alle Regionen erfasst habe, so das IHS. Investitionen und Exporte sollten kräftig zulegen. Aufgrund des starken Beschäftigungswachstums werde die Zahl der Arbeitslosen wohl zurückgehen, die Arbeitslosenquote aber auf einem hohen Niveau verharren. Wifo/IHS erwarten für heuer 8,5/8,6 Prozent bzw. 8,1/8,3 Prozent für 2018 nach nationaler Definition. Im Vorjahr waren es 9,1 Prozent. Die Hochkonjunkturphase sollte dringend für Strukturreformen genutzt werden, fordert das IHS.

In Österreich steht der Aufschwung laut Wifo derzeit auf breiter Basis. Auch würden weder in den USA noch im Euroraum bisher inflationäre Spannungen auftreten. In Österreich bleibt die Inflationsrate weiterhin im EU-Vergleich hoch. Das Wifo/IHS gehen für 2017 von 1,9/2,0 Prozent und für 2018 von 1,8/2,1 Prozent Teuerung aus.

Die solide Einkommensentwicklung und das hohe Konsumentenvertrauen lassen laut IHS eine Fortsetzung der positiven Entwicklung des privaten Konsums erwarten. Das Konsumwachstum dürfte wie im Vorjahr 1,5 Prozent betragen. Für 2018 wird eine Zunahme um 1,2 Prozent prognostiziert. Das Wifo geht hier von 1,5 bzw. 1,7 Prozent aus.

Die ausgezeichnete Konjunkturaussichten treiben auch die Investitionstätigkeit an. Für Bruttoinvestitionen ergeben sich Wachstumsraten von 5,7/5,0 Prozent (Wifo/IHS) bzw. 4,4/2,6 Prozent für 2018. Auch die Exporttätigkeit sollte von den ausgezeichneten internationalen Konjunkturtätigkeit belebt werden.

Die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS appellieren jedoch an die noch bestehende und künftige Regierung, den jetzt deutlichen Wirtschaftsaufschwung nicht zum Geldausgeben zu nutzen. "Auch sollte er nicht dazu verleiten, die schon ewig angedachten Strukturreformen schon wieder nicht durchzuführen, weil eh alles wunderbar ist", sagte Wifo-Chef Christoph Badelt am Freitag in Wien.

Angesichts einer für 12. Oktober - also knapp vor der Nationalratswahl - angesetzten Nationalratssitzung, empfehle er für die Abgeordneten einen "Wandertag" statt einer Sitzung. "Das würde der Gesundheit sehr zuträglich sein und würde der wirtschaftlichen Situation des Landes sehr gut tun", sagte der Wifo-Chef bei der Präsentation der Herbstprognose.

Weitere geld- oder fiskalpolitische Impulse für die Wirtschaft seien jetzt nicht sinnvoll, so Badelt. Die Regierung sollte jetzt vielmehr eher am Abbau von Schulden arbeiten und Mittel zurückhalten, um sich bei einem Abschwung leichter bewegen zu können.

(APA)

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