Quelle: ZAMG

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Exporte zogen heuer im ersten Quartal kräftig an

26.06.2017 - 14:12
Leitl freut sich über gutes Ergebnis© APALeitl freut sich über gutes Ergebnis

Österreichs Exportwirtschaft brummt. Die Warenlieferungen in andere Länder haben im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent auf 35,5 Mrd. Euro so stark zugelegt wie schon lange nicht. "Das ist das beste Ergebnis für ein erstes Quartal seit fünf Jahren", so der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, am Montag im Vorfeld der Eröffnung des Exporttages in der Kammer.

"Wir haben interessanterweise auch einen Zuwachs in Europa - das Klima bessert sich sehr stark", betonte Leitl. Das belegt auch der massive Anstieg der Lieferungen an den größten heimischen Exportmarkt Deutschland mit einem Plus von 8,7 Prozent auf 10,9 Mrd. Euro. In der gesamte Eurozone erzielte Österreich einen überdurchschnittlichen Exportzuwachs von 13,2 Prozent, in die gesamte EU betrug das Plus 11,5 Prozent.

"Der 'Rebound' in Europa ist da, auch Osteuropa zieht an", freut sich der Leiter der Außenwirtschaft Austria in der WKÖ, Walter Koren, über das "All-Time-High" bei den absoluten Exportzahlen in einem ersten Quartal. "Wir haben natürlich Fragezeichen beim 'Brexit'", räumte er ein. Die Exporte nach Großbritannien erhöhten sich heuer in den ersten drei Monaten nur marginal um 0,22 Prozent auf rund 1 Mrd. Euro, die Importe von dort brachen um fast 6 Prozent auf 605 Mio. Euro ein. Das Vereinigte Königreich rangiert auf Platz acht der Top-10-Exportmärkte Österreichs. Die fünf wichtigsten Abnehmerländer für heimische Produkte sind hinter Deutschland, die USA, Italien, Frankreich und die Schweiz. Auch in Richtung Schweiz gab es einen Lieferrückgang von 8 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Die Importe von dort kletterten derweil um fast 13 Prozent auf rund 2 Mrd. Euro.

Von den insgesamt über 3 Mrd. Euro schweren Exportzuwächsen im ersten Quartal "entfiel eine Milliarde auf Deutschland und eine Milliarde auf Frankreich", illustrierte er die Wichtigkeit des Nachbarlandes. "Deutschland ist ungemein stark - die Lokomotive der europäischen Wirtschaft." Den Aufschwung dort hält er für nachhaltig - er sei "sehr breit aufgestellt und wir sind in der glücklichen Lage, dass das unser Hauptmarkt ist". Über 30 Prozent der heimischen Ausfuhren gehen nach Deutschland.

Der österreichische Exportmarkt ist jedenfalls europalastig. Nur 20 Prozent der Lieferungen haben ein Land außerhalb Europas zum Ziel.

Der immense Zuwachs in Richtung Frankreich von gut 68 Prozent in den ersten drei Monaten sei hauptsächlich Sondereffekten geschuldet, relativierte Koren. Lieferungen an die dortige Pharmaindustrie - Hormone, Pharmazeutika und Chemikalien - seien statt im November/Dezember erst im heurigen Jahr erfolgt.

Im Gesamtjahr 2016 habe Österreich bei den Warenexporten keine Steigerung erzielen können, bei den Dienstleistungen aber sehr wohl, berichtete Leitl. Dadurch gelang letztlich ein kleines Plus von 1 Prozent bei den Gesamtexporten. Für das heurige Jahr ist der WKÖ-Präsident zuversichtlich: "Grundsätzlich sind wir positiv und optimistisch, da die Rahmenbedingungen des ersten Quartals weiterbestehen." Für das erste Halbjahr erwartet Leitl alleine bei den Warenexporten einen Zuwachs von 6 bis 8 Prozent.

Im ersten Quartal 2017 stiegen die Importe nach Österreich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 9,4 Prozent auf 36,9 Mrd. Euro ebenfalls kräftig, aber nicht ganz so stark wie die Exporte. Dadurch sank das Außenhandelsdefizit von 1,6 auf 1,4 Mrd. Euro.

Beim heutigen 15. Exporttag der Wirtschaftskammer, der unter dem Motto "Meet the World" steht, können sich Unternehmer über potenzielle Absatzmärkte im Ausland informieren. "Heute wird dieses Haus zum Bienenkorb - alle Außenwirtschaftsdelegierten sind hier, um den Unternehmen Rede und Antwort zu stehen und Kontakte zu vermitteln", so Leitl. Die WKÖ habe die zweitgrößte Außenwirtschaftsorganisation der Welt, hinter den USA. Betreffend internationaler Vernetzung liege Österreich laut Internationalisierungsindex der Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich weltweit an vierter Stelle. In Österreich gibt es knapp 60.000 Exporteure.

(APA)

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