Quelle: ZAMG

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Arbeitslosigkeit im März um 1,8 Prozent gesunken

03.04.2017 - 14:15
Positive Zahlen vom Arbeitsmarkt© APA (Archiv/Neubauer)Positive Zahlen vom Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich im März im Vorjahresvergleich um 1,8 Prozent gesunken, bei den vorgemerkten Arbeitslosen sogar um 3,7 Prozent. AMS-Vorstand Johannes Kopf ortet eine Trendwende und einen Konjunkturaufschwung. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) besuchte Arbeitslose in einer AMS-Filiale in Wien und verwies auf Maßnahmen der Bundesregierung wie den Beschäftigungsbonus.

Insgesamt 430.758 Personen (inklusive Schulungsteilnehmer) hatten keinen Job, im Vorjahresvergleich um 7.896 Personen weniger. Arbeitslos gemeldet waren Ende März 354.072 Personen, ein Rückgang um 3,7 Prozent bzw. 13.504 Personen und damit der deutlichste Rückgang der letzten fünf Jahre. Die nationale Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent. Unverändert hoch blieb die Quote bei Älteren mit 10,1 Prozent. Die Zahl offener Stellen stieg um 44,5 Prozent auf 53.142 an.

Die Zahl der beim AMS vorgemerkten oder in Schulung befindlichen anerkannten Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigten sank im März gegenüber dem Vormonat um 77 Personen auf 29.069, gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl jedoch um 28 Prozent oder 6.395 Personen, hieß es vom AMS auf APA-Anfrage. Nachdem die Asylverfahren aus der Zeit des starken Flüchtlingsandrangs im Herbst 2015 und Anfang 2016 eher schleppend abgearbeitet werden, ist die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge in Österreich noch nicht stärker gestiegen.

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sieht einen "Frühling am Arbeitsmarkt", für die weiterhin stark betroffenen Älteren will er die "Aktion 20.000" mit geförderten gemeinnützigen Jobs rasch umsetzen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will die Trendwende am Arbeitsmarkt mit Reformen unterstützen.

Kanzler Kern sprach Montagfrüh mit Arbeitslosen in der AMS-Geschäftsstelle im 5. Wiener Bezirk. Nach sechs Jahren gebe es erstmals einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit, freute er sich. "Es ist für die Menschen im Land ein Riesenfortschritt. Hinter jedem dieser Schicksale stehen Familien." Insgesamt erwartet Kern für das laufende Jahr sinkende Arbeitslosenzahlen. Wenn die Maßnahmen für ältere Arbeitslose und der Beschäftigungsbonus nicht ausreichend wirken würden, werde man weiterdiskutieren müssen.

Bei Betrachtung der Branchen sank die Arbeitslosigkeit am stärksten am Bau (-15,8 Prozent) und in der Warenproduktion (-8,3 Prozent). Auch im Handel war die Arbeitslosigkeit rückläufig. Im Tourismus stieg sie um 2,2 Prozent, was den heurigen späten Osterferien zugeschrieben wird.

Die nationale Arbeitslosenquote sank um 0,4 Punkte auf 8,9 Prozent. Konstant hoch blieb die Quote bei Älteren ab 50 Jahren mit 10,1 Prozent. Besser entwickelte sich die Lage für Jugendliche bis 24 Jahren, wo die Zahl der Arbeitslosen um 13,8 Prozent sank.

Von allen Bundesländern hatten nur Salzburg und Wien einen Zuwachs an Personen ohne Job (Arbeitslose und Schulungsteilnehmer) zu verzeichnen, nämlich je um 0,4 Prozent. In den übrigen sieben Bundesländern ging die Arbeitslosigkeit zurück, am stärksten in der Steiermark. Die meisten offenen Stellen vermeldete Oberösterreich mit 14.303, gefolgt von Niederösterreich und Wien.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel bei Männern mit -11.857 Arbeitslosen (-5,5 Prozent) und Inländern (-13.635 bzw. -5,2 Prozent) stärker aus. Weniger stark sank die Arbeitslosigkeit bei Frauen, nämlich um 1.647 bzw. -1,1 Prozent. Minimal angestiegen ist die Ausländerarbeitslosigkeit mit plus 131 Personen bzw. + 0,1 Prozent. Deutlich ansteigend ist die Arbeitslosigkeit bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen mit +4.647 Personen bzw. 6,4 Prozent.

Stark stieg die Arbeitslosigkeit bei den Älteren ab 50 Jahren, nämlich um 5 Prozent auf 107.362 Arbeitslose. Fast jeder dritte vorgemerkte Arbeitslose ist damit über 50 Jahre alt. Gesunken ist die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit, nämlich um einen Tag auf 118 Tage. Allerdings ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als 12 Monate vorgemerkt sind, um 9,2 Prozent auf 59.766 Personen gestiegen.

Im internationalen Ranking weisen inzwischen vier osteuropäische Länder - Tschechien, Ungarn, Rumänien und Polen - sowie Deutschland niedrigere Arbeitslosenraten als Österreich auf. Dadurch hat wohl der Druck auf den österreichischen Arbeitsmarkt durch Zuwanderung etwas abgenommen.

(APA)

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