Quelle: ZAMG

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OeNB verdiente 2016 wegen Sondereffekten deutlich weniger

30.03.2017 - 14:58
OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny: Gutes geschäftliches Ergebnis© APAOeNB-Gouverneur Ewald Nowotny: Gutes geschäftliches Ergebnis

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) weist für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 ein deutlich geringeres Geschäftsergebnis aus. Der Jahresgewinn ist auf 268 Mio. Euro gesunken. 2015 betrug er 753 Mio. Euro, darin waren aber Sondererträge von über 500 Mio. Euro aus der Münze Österreich enthalten. An den Bund werden inklusive Steuern 230 Mio. Euro ausgeschüttet. 2015 waren es 508 Mio. Euro.

"Das abgelaufene Geschäftsjahr war von schwachem Wirtschaftswachstum, geringer Inflation, der Ausweitung der geldpolitischen Maßnahmen, dem Niedrigzinsumfeld und erhöhtem Risiko geprägt", fasste OeNB-Präsident Claus Raidl das abgelaufene Geschäftsjahr beim Pressegespräch nach der Generalversammlung am Donnerstag zusammen. "Die Nationalbank hat ein herausforderndes Jahr gut bewältigt", meinte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny.

Am stärksten auf die OeNB-Bilanz ausgewirkt haben sich im Vorjahr die geldpolitischen Maßnahmen, sprich das Anleihenankaufprogramm (PSPP) der Europäischen Zentralbank (EZB), für deren Umsetzung in Österreich die OeNB zuständig ist. Das Bilanzsummenplus von 15,6 Mrd. Euro auf 122,6 Mrd. Euro sei hauptsächlich auf das Ankaufprogramm zurückzuführen, betonte Raidl.

Die Nettowährungsposition erhöhte sich um 5,7 Mrd. Euro auf 20 Mrd. Euro, davon entfielen 9,9 Mrd. Euro auf Goldbestände. Die Bewertung der Goldbestände stieg um 1,1 Mrd. Euro. Die buchmäßigen Kursgewinne werden gewinnneutral verrechnet. Spätestens bis 2020 sollen rund 140 der 280 Tonnen Gold in Österreich lagern.

Aufgrund der Menge der geldpolitischen Operationen - diese stiegen im Vorjahr von 33,5 auf 48,4 Mrd. Euro - verbesserte sich trotz historisch tiefer Zinsen das Nettozinsergebnis von 634 auf 650 Mio. Euro. Dagegen gingen die Beteiligungserträge von 635 auf 147 Mio. Euro zurück. Rund 400 Mio. Euro davon entfielen auf die Novelle des Scheidemünzengesetzes. Auch der Verkauf der Casinos-Austria-Anteile wirkte sich hier negativ aus.

Gestiegen sind die Personalaufwendungen (von 142 auf 157 Mio. Euro) und die Aufwendungen für Altersvorsorgen (von 122 auf 142 Mio. Euro). Dagegen blieben die Sachaufwendungen unverändert bei 84 Mio. Euro. 20 Mio. Euro wurden der Pensionsreserve zugeführt.

Die Risikorückstellungen wurden von 7,1 auf 7,3 Mrd. Euro erhöht. Erhöht wurden dabei die Fremdwährungs-, Zinsänderungs- und Kreditrisiko-Rückstellungen von 3,5 auf 3,7 Mrd. Euro. Der Rückstellungsbedarf für Personalaufwendungen erhöhte sich von 142 auf 157 Mio. Euro.

Nowotny zeichnet für das laufende Geschäftsjahr 2017 ein positives Szenario. Die Konjunkturlage habe sich verbessert, politische Risiken wie anstehende Wahlen in Europa seien aber vorhanden. Nowotny lobte die Steuerreform, die zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Impulse gesetzt habe.

(APA)

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