Quelle: ZAMG

Wirtschaftskolumne

Partner

PR Inside

Bisherige Wintersaison brachte Tourismus leichtes Minus

27.02.2017 - 15:28
Österreicher und Deutsche machen kürzer Winterurlaub© APA (Skipool West)Österreicher und Deutsche machen kürzer Winterurlaub

Bisher ist der Winter für den Tourismus schlecht gelaufen. In der laufenden Saison 2016/17 sank die Zahl der Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen gegenüber dem Jahr davor um 1 Prozent auf 29 Millionen. Die Urlauberzahl erholte sich zwar leicht um 0,4 Prozent auf 8,6 Millionen, doch die Aufenthalte verkürzten sich weiter, geht aus vorläufigen Daten der Statistik Austria hervor.

Die beiden wichtigsten (weil in Summe buchungsstärksten) ausländischen Urlaubernationen Deutschland und Niederlande ließen spürbar aus. Bei den Übernachtungen durch Deutsche schlug im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Minus von 3,3 Prozent auf 11,2 Millionen durch, bei den Holländern gab es einen Einbruch von 5,2 Prozent auf 1,8 Millionen. Doch auch die Italiener buchten deutlich weniger Hotelnächte - hier gab es einen kräftigen Rückgang um 6,5 Prozent auf 661.900.

Steigerungen bei den Nächtigungen verbuchten die Beherbergungsbetriebe dafür bei Gästen aus der Schweiz und Liechtenstein (plus 3,3 Prozent auf rund 926.200) und aus Großbritannien (plus 0,9 Prozent auf rund 887.300) - allerdings konnten diese Zuwächse das Ausbleiben der Deutschen und Holländer nicht wettmachen. Diese Nationen fallen weniger stark ins Gewicht, weil von dort in Summe weitaus weniger Buchungen kommen.

Insgesamt ging die Zahl der Nächtigungen durch Touristen aus dem Ausland in der ersten Halbzeit der laufenden Wintersaison (November bis April) um 1 Prozent auf 21,9 Millionen zurück. Doch auch die Gäste aus dem Inland gönnten sich weniger Winterurlaub: Die Übernachtungen verringerten sich hier fast ebenso deutlich um 0,9 Prozent auf 7,1 Millionen.

Im für den Wintertourismus wichtigen Monat Jänner konnten die Zimmervermieter dann etwas aufatmen - es setzte eine kräftige Erholung ein: Die Zahl der Übernachtungen kletterte im Jahresabstand um 2,2 Prozent auf 14,6 Millionen. Das Plus ist aber ausschließlich Urlaubern aus dem Ausland zu verdanken - mit einem Nächtigungsplus von 4 Prozent auf 11,8 Millionen. Die Buchungen durch Gäste aus Österreich brachen um 4,8 Prozent auf 2,7 Millionen ein. Zwar kamen im Jänner unter dem Strich nur 3,5 Millionen Urlauber und damit um 3,8 Prozent als im Vorjahresmonat, doch blieben sie dann - zumindest im Jänner - auch wesentlich länger.

"Bitte kein Krankjammern, aber auch kein Jubel über Zwischenzeiten wegen 1 Prozent Nächtigungen", appellierte Michaela Reitterer, Präsidentin der Hoteliervereinigung, angesichts des Rückgangs. Die Feiertage seien ungünstig gefallen und der Schnee sei sehr spät gekommen, erklärte die ÖHV-Chefin. Dadurch "kommen die Ferienregionen unter Druck - aber wir können dem entgegenwirken", so Reitterer, der auch selbst ein Hotel in Wien gehört. Die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung plädiert dafür, die Steuerlast der Betriebe zu reduzieren.

Die Hoteliers würden durch Umsatzsteuererhöhung, Auflösungsabgabe und Streichung der Energieabgabenvergütung belastet. Die Mehrwertsteuer auf Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben wurde 2016 von 10 auf 13 Prozent angehoben. Die Lohnnebenkostensenkung sei "so konstruiert, dass Hotels davon nicht profitieren".

In Wien etwa hätten zwar die Nächtigungen im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent zugelegt, die Umsätze aber so gut wie gar nicht - um nur 0,2 Prozent. Für die einzelne Nächtigung sei weniger bezahlt worden, der Hotelier habe aber auch höhere Kosten.

Neben einer geringeren Steuerlast plädiert Reitterer für eine verstärkte Offensive in Richtung Ganzjahrestourismus - Schließzeiten im Tourismus sollten durch innovative Angebote überbrückt werden, die auch gut vermarktet gehörten. "Wir können die Rückgänge im Winter nicht rückgängig machen, aber wir sollten alles daran setzen, sie aufzuholen und uns für die nächsten Jahre so gut aufzustellen - mit einem breiteren Angebot und einer offensiveren Bewerbung, dass wir das besser abfangen können", betonte die Branchensprecherin.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech