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Zuversicht bei griechischem Schuldenschnitt

27.01.2012 - 18:18
EU-Währungskommissar Olli Rehn© APA (epa)EU-Währungskommissar Olli Rehn

Drei Tage vor dem EU-Gipfel in Brüssel ist ein Durchbruch bei den Verhandlungen über Griechenlands Schuldenschnitt in greifbare Nähe gerückt. "Wir sind dabei, den Vertrag abzuschließen - vielleicht nicht heute, aber am Wochenende", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. "Ich hoffe sehr, dass das noch im Jänner sein wird und nicht erst im Februar."

Allerdings wächst gleichzeitig die Skepsis, ob ein Schuldenerlass privater Gläubiger überhaupt reicht, um das Land zu retten. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hält einen größeren Beitrag der Euro-Länder bei einer Umschuldung für notwendig. "Wenn die griechische Schuldentragfähigkeit unter Beweis gestellt wird und es ein Gesamtverständnis mit dem privaten Sektor gibt, wird sich auch der öffentliche Sektor fragen müssen, ob er nicht die Hilfestellung leistet", sagte Luxemburgs Regierungschef der Tageszeitung "Der Standard". Ob sich die Europäische Zentralbank (EZB) beteilige, sei aber allein Sache der unabhängigen Notenbank.

In Athen sind indessen am Freitagabend die Verhandlungen Griechenland mit den Banken über den dringend benötigten Schuldenschnitt weitergegangen. Der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, kam mit dem griechischen Ministerpräsidenten Papademos und Finanzminister Venizelos zusammen. Wie der griechische Rundfunk berichtete, wolle Papademos möglicherweise schon am Samstagnachmittag die Vorsitzenden der Parteien, die seine Regierung unterstützen - Sozialisten, Konservative und eine kleine rechtsgerichtete Partei - über die Einzelheiten des Schuldenschnitts informieren.

Dallara soll als Vertreter der Banken einen etwas günstigeren Zins für die neuen Anleihen vorgeschlagen haben, die die alten griechischen Staatsanleihen ersetzen sollen. Nach Informationen aus griechischen Bankquellen sei nun ein Zinssatz von 3,8 Prozent im Gespräch. Noch vor wenigen Tagen habe Dallara 4,0 Prozent im Durchschnitt vorgeschlagen. Die Zinsen sollten aber steigen, wenn die griechische Wirtschaft wieder wachse. Der Zinssatz für die neuen Papiere ist ein zentraler Streitpunkt.

Außerdem wollen die Banken sicher sein, dass für die neuen Anleihen britisches Recht gilt. So wollen sie sich absichern, dass Griechenland eine Umschuldung künftig nicht mehr rechtlich erzwingen kann.

(APA/ag.)

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