Die privaten Gläubiger Griechenlands sind Medienberichten zufolge zu mehr Zugeständnissen bei ihren Zinsforderungen bereit. Die Gläubiger seien gewillt, ihr bisher als "letztes Angebot" bezeichnetes Offert eines Zinskupons von 4 Prozent nachzubessern, berichteten die griechischen Zeitungen "Ethnos" und "Kerdos".
Ethnos berichtete, der Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, habe in Paris mit zwei Top-Bankern darüber gesprochen, einen neuen Vorschlag mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 3,75 Prozent anzubieten. "Kerdos" berichtete, der Zins könne bei 3,8 Prozent liegen. Vorbedingung dafür sei aber eine Beteiligung auch der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Zeitung "Kathimerini" schrieb, der neue Kupon könne bei weniger als 4 Prozent und nahe von 3,75 Prozent liegen. Dallara werde am Donnerstag zu Gesprächen mit der griechischen Regierung nach Athen zurückkehren.
Die Eurogruppe hat Athen aufgefordert, die geplanten Zinsen für die neuen griechischen Staatsanleihen nachzuverhandeln. Der Durchschnittszins für die 30-jährigen Papiere, die die Banken oder Versicherungen im Tausch erhalten, soll dadurch auf deutlich unter vier Prozent gedrückt werden.
Athen verhandelt seit Wochen mit dem IIF. Die Gläubiger sollen auf 50 Prozent des Nennwertes ausstehender Anleihen oder 100 Mrd. Euro verzichten. Sie erhalten im Gegenzug neue Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit. Das Tauschgeschäft mit dem Zins von vier Prozent im Schnitt wäre auf einen Forderungsverzicht von 65 bis 70 Prozent hinausgelaufen.
Die Eurogruppe will aber noch günstigere Konditionen für Griechenland herausschlagen. Die Zinsen sollen niedrig sein, damit das Land seinen Schuldenberg abbauen kann. Der Forderungsverzicht ist Voraussetzung für das zweite Hilfspaket der Euro-Staaten und des IWF für Griechenland über 130 Mrd. Euro. Insgesamt ist das Land mit rund 350 Mrd. Euro verschuldetet.
Für die Rettung Griechenlands sind laut EU-Finanzkommissar Olli Rehn weitere staatliche Hilfen zwingend. Um wie geplant die Schuldenlast des Eurostaates bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von derzeit gut 160 Prozent zu senken, werde der derzeit verhandelte Forderungsverzicht der privaten Gläubiger nicht ausreichen, sagte Rehn. Diese Lücke müssten die Eurostaaten und die EU-Institutionen füllen.
(APA/ag.)

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