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Streiks an acht deutschen Flughäfen am Dienstag

14.01.2019 - 12:58
Deutschland in der Luft lahmgelegt© APA (dpa)Deutschland in der Luft lahmgelegt

Im Tarifstreit des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen droht der bisher umfassendste Warnstreik. Die Gewerkschaft Verdi erneuerte am Montag ihren Aufruf zum Arbeitskampf an acht deutschen Flughäfen für morgen, Dienstag. Außer in Frankfurt sind Warnstreiks in Hamburg, München, Hannover, Bremen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt angekündigt. Auch Flüge aus Österreich werden betroffen sein.

Von Wien aus werden morgen die Flughafen-Standorte Frankfurt, München, Hamburg, Leipzig und Hannover direkt angeflogen, hieß es vom Flughafen Wien zur APA. Sollten die Streiks wie angekündigt umgesetzt worden, erwarte man Auswirkungen auf diese Flugverbindungen. Welche Flüge konkret betroffen sein werden, stehe noch nicht fest. Der Flughafen empfiehlt allen Reisenden, sich bei ihrer Fluglinie zum Status ihres gebuchten Fluges zu erkundigen.

Die AUA belasse ihr Flugprogramm nach Deutschland unverändert, hieß es am Montagvormittag aus der Lufthansa-Tochter zur APA. Nach Frankfurt und Hamburg würden teilweise größere Flugzeuge eingesetzt (A321 statt A320). AUA-Passagiere, die ihren jeweiligen Flug aufgrund des morgigen Streiks nicht erreichen könnten, würden kostenlos umgebucht.

Allein in Frankfurt dürfte nach derzeitiger Planung etwa jeder dritte Flug ausfallen. Nach Angaben des Betreibers Fraport haben die Fluggesellschaften am größten deutschen Airport insgesamt bereits etwa 470 An- und Abflüge gestrichen. Geplant waren an dem Tag einem Fraport-Sprecher zufolge 1.200 Flugbewegungen. Bei regulärem Flugbetrieb wären an diesem Dienstag etwa 135.000 Passagiere am Frankfurter Flughafen erwartet worden. Die Gewerkschaften Verdi und DBB haben das Sicherheitspersonal in Frankfurt aufgerufen, am Dienstag in der Zeit von 2.00 Uhr bis 20.00 Uhr ihre Arbeit niederzulegen. Fraport riet Passagieren, nach Möglichkeit gar nicht erst zum Terminal zu kommen.

"Es wäre den Arbeitgebern möglich gewesen, auf die Warnsignale zu reagieren. Dadurch, dass sie - völlig unverständlich - keine Bereitschaft gezeigt haben, ein verbessertes Angebot vorzulegen, ist eine Ausdehnung der Warnstreiks notwendig geworden", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel in einer Mitteilung.

Die Gewerkschaften fordern für die deutschlandweit 23.000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen eine einheitliche Bezahlung. Verdi verlangt brutto 20 Euro pro Stunde, der Beamtenbund fordert 19,50 Euro Stundenlohn. Bisher sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt. Verdi pocht auf deutliche Lohnerhöhungen auch in Ostdeutschland. "Die Sicherheit im Osten ist nicht weniger wert, und die Beschäftigten sind nicht weniger wert", sagte Kittel am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Eine falsche Postleitzahl in der Geburtsurkunde rechtfertige nicht, dass die Beschäftigten 6 Euro weniger verdienen. Die nächsten Verhandlungsrunden sind für den 23. und 24. Jänner in Berlin vereinbart.

Nach Einschätzung des deutschen Flughafenverbandes ADV werden die Warnstreiks dazu führen, dass das deutsche Flugnetz lahmgelegt wird. An den acht Flughäfen werden etwa 220.000 Passagiere von Flugstreichungen und Verspätungen betroffen sein, teilte der Verband am Montag mit. "Weitere zehntausend Passagiere kommen an den Flughäfen hinzu, von denen keine Flüge zu den bestreikten Flughäfen 'rausgehen können." Der Verband verurteilte den "Streikexzess" von Verdi. "Jede Dimension eines Warnstreiks wird gesprengt", kritisierte der ADV. "Dauer und Umfang der Streiks sind unverhältnismäßig und mehr als rücksichtslos und den Flughäfen sind die Hände gebunden."

(APA/dpa/ag.)

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