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Warnstreik bei Deutscher Bahn legte Zugsverkehr lahm

10.12.2018 - 14:53
Die Zugausfälle häufen sich© APA (dpa)Die Zugausfälle häufen sich

Einer der heftigsten Warnstreiks der vergangenen Jahre hat den Fernverkehr der Deutschen Bahn am Montag zeitweise komplett lahmgelegt. Nach vier Stunden Ausstand in der Früh lief der Bahnverkehr erst "nach und nach" wieder an, wie die Bahn mitteilte. Auch in Österreich bekamen Bahnfahrer den Streik zu spüren, inzwischen laufe aber der Zugsverkehr wieder planmäßig, teilte ein ÖBB-Sprecher mit.

In der Früh kam es zu Beeinträchtigungen im Fernverkehr zwischen Deutschland und Österreich. Der Fernverkehr zwischen Salzburg und München musste eingestellt werden. Die Railjets von und nach Tirol, die normalerweise über die DB-Korridorstrecke fahren, mussten inneralpin über Zell am See umgeleitet werden und hatten dadurch eine um rund 90 Minuten verlängerte Fahrzeit. Inzwischen seien die Beeinträchtigungen weggefallen, sagte ein ÖBB-Sprecher am frühen Nachmittag gegenüber der APA.

In Deutschland müssen Pendler und Bahn-Reisende zumindest kurzfristig nicht mit weiteren Warnstreiks rechnen: Die Gewerkschaft EVG und Bahn wollen sich am Dienstagnachmittag wieder an den Verhandlungstisch setzen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte von 5 bis 9 Uhr früh zum Warnstreik aufgerufen, um ihrer Lohnforderung in der laufenden Tarifrunde Nachdruck zu verleihen. Mehrere tausend Mitglieder nahmen demnach daran teil. "Die Wucht des Warnstreiks hat gezeigt, wie groß der Unmut der Kolleginnen und Kollegen ist", erklärte der Bundesgeschäftsführer der EVG, Torsten Westphal. "Wir denken eben auch, dass es ein deutliches Zeichen Richtung Bahnvorstand war, der sich nun zu bewegen hat".

Die Deutsche Bahn hatte in der Hauptverkehrszeit in der Früh bundesweit den Fernverkehr eingestellt. Regional kam es in zahlreichen Bundesländern zu massiven Einschränkungen: In Bayern wurde der Zugverkehr nahezu vollständig eingestellt. Weitere Schwerpunkte des Warnstreiks waren laut Bahn der Großraum Mannheim und die Strecke Karlsruhe-Pforzheim in Baden-Württemberg, der Großraum Essen/Dortmund in Nordrhein-Westfalen, die Strecke Schwerin-Rostock in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Norddeutschland die Strecke Hamburg-Harburg-Cuxhaven.

Auch der S-Bahn-Verkehr in Ballungsräumen wie Berlin, München, Hannover und Frankfurt am Main war betroffen. Bundesweit standen insgesamt über 1.400 Züge der Deutschen Bahn still, darunter auch Güterzüge. Weil die Deutsche Bahn den größten Teil des Zugverkehrs in Deutschland kontrolliert, waren mittelbar auch andere Bahngesellschaften von dem Streik betroffen.

Die Bahnkunden mussten noch den gesamten Montag mit Einschränkungen im Fern- und auch im Regionalverkehr rechnen. Reisenden wurde empfohlen, nach Möglichkeit auf den Dienstag auszuweichen. Fernverkehrstickets mit Gültigkeit Montag können bis einschließlich kommenden Sonntag genutzt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen in den Verkehrsverträgen sei für den Regional- und Nahverkehr eine einheitliche Regelung nicht möglich, erklärte die Bahn. Der Konzern schaltete eine kostenlose Streik-Hotline frei. Bis in die Mittagsstunden nutzten sie rund 12.000 Anrufer.

Die EVG hatte am Samstag die Tarifverhandlungen in Hannover abgebrochen und angekündigt, diese erst nach einem verbesserten Angebot der Deutschen Bahn wieder aufzunehmen. Die Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Geld. Die Deutsche Bahn legte nach eigenen Angaben ein "Sieben-Prozent-Paket" vor.

(APA/Ag.)

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