Quelle: ZAMG

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Wirtschaftsnobelpreis geht an US-Ökonomen Nordhaus und Romer

08.10.2018 - 13:52
Paul Romer ist einer der beiden Preisträger© APA (AFP)Paul Romer ist einer der beiden Preisträger

Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an die beiden US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer. Das gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekannt. Nordhaus und Romer werden gemeinsam für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovation ausgezeichnet.

Ihre Forschung habe erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt beigetragen, erklärte die Akademie. Beide lehren an bekannten US-Universitäten. Der 1941 geborene Nordhaus ist Professor an der Yale University, Romer arbeitet an der Stern School of Business der New York University.

Preisträger Romer hätte das entscheidende Telefonat mit dem schwedischen Nobel-Komitee am Montag beinahe verpasst. "Ich bekam heute Vormittag zwei Anrufe und haben keinen davon beantwortet, weil ich dachte, es wären Spam-Anrufe", sagte Romer am Telefon während der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger für Wirtschaft.

Am Ende haben man dann doch den Kontakt herstellen können, zeigte sich Göran Hansson, Sekretär der Königlich-Schwedischen Wissenschaftsakademie, erleichtert.

Romer hatte nach eigenen Angaben nicht mit dem Nobelpreis gerechnet. Er wurde am Montag gemeinsam mit seinem US-Kollegen William Nordhaus für Arbeiten rund um Wirtschaft, Klimawandel und technologische Innovationen ausgezeichnet.

Die heurigen Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Romer und William D. Nordhaus haben nach Ansicht von IHS-Chef Martin Kocher mit ihren Arbeiten zu Wachstum und Umwelt einen wichtigen Beitrag für die angewandte Ökonomie geliefert. Grundlagen der endogenen Wachstumstheorie von Romer würden beim IHS in der Praxis verwendet, etwa bei der Evaluierung von Politikmaßnahmen, sagte Kocher zur APA.

Die von Romer in den 1980er-Jahren mitbegründete endogene Wachstumstheorie erkläre, wie Wachstum auf der Mikroebene der Volkswirtschaft entstehe, so der IHS-Chef. Die Theorie beschäftige sich unter anderem mit technischem Fortschritt und Humankapital.

Nordhaus ist vielen Wirtschaftsstudierenden durch das Standardlehrbuch "Volkswirtschaftslehre" bekannt, dass er als Zweitautor mit dem bereits verstorbenen Nobelpreisträger Paul A. Samuelson seit 1985 herausbrachte. Das von Samuelson im Jahr 1948 geschriebene Lehrbuch wird weltweit an Universitäten eingesetzt. Nordhaus habe "relativ früh" makroökonomische Kennzahlen, wie etwa das Bruttoinlandsprodukt (BIP) infrage gestellt und die Umwelt in die wirtschaftliche Betrachtung hingebracht, sagte Kocher.

Auch ein Österreicher könnte in naher Zukunft einmal den Wirtschaftsnobelpreis bekommen. Die Arbeiten des österreichischen Verhaltensökonomen Ernst Fehr (62) - aktuell Wirtschaftsprofessor an der Universität Zürich - werden in vielen Top-Journalen zitiert. Fehr sei "nobelpreiswürdig" und habe "gute Chancen", den Preis einmal zu bekommen, so der IHS-Chef.

Seit der ersten Verleihung des Wirtschaftspreises 1969 wurden vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet. Nur ein Österreicher wurde bisher geehrt: Friedrich August von Hayek wurde 1974 für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie und seine Analysen der wechselseitigen Abhängigkeit von wirtschaftlichen, sozialen und institutionellen Verhältnissen ausgezeichnet.

(APA/ag.)

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