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Türkische Lira erholt sich etwas

14.08.2018 - 13:57
Die türkische Währung war zuletzt sehr unter Druck geraten© APA (AFP)Die türkische Währung war zuletzt sehr unter Druck geraten

Die türkische Lira hat sich am Dienstag etwas von ihren heftigen Kursverlusten in den vergangenen Tagen erholt. Im Vormittagshandel stieg die Lira zum US-Dollar und zum Euro um jeweils mehr als fünf Prozent im Wert. Auch andere Währungen von Schwellenländern erholten sich im Fahrwasser der Lira. Zuvor waren etwa der südafrikanische Rand oder der russische Rubel erheblich unter Druck geraten.

Fachleute sehen einen Grund für die Kursgewinne in dem Eingreifen der türkischen Notenbank am Montag. Die Zentralbank hatte die Liquidität der türkischen Banken erhöht und so für etwas Zuversicht gesorgt. "Der erste Schrecken der Lira-Krise scheint verdaut zu sein", kommentierten Devisenexperten der Commerzbank. Allerdings sei es noch zu früh, um Entwarnung zu geben.

So sind die Verluste der Lira auch nach den jüngsten Gewinnen immer noch drastisch. Seit Jahresbeginn hat die Landeswährung der Türkei gegenüber Dollar und Euro um jeweils etwa 40 Prozent an Wert verloren.

Wie angespannt die Lage ist, zeigte sich auch anderenorts: Dienstagfrüh war die indische Rupie zum Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Der Dollarkurs lag im Frühhandel kurzzeitig bei über 70 Rupien, damit war eine Rupie gegenüber dem Dollar so wenig wert wie noch nie. Am Montagabend hob wiederum die argentinische Zentralbank ihren Leitzins deutlich an, um dem ebenfalls unter Druck stehenden Peso zu stützen.

Angesichts der Währungskrise in der Türkei haben zwei wichtige Wirtschaftsverbände umgehende Maßnahmen der Regierung in Ankara gefordert. Unter anderem müssten die Beziehungen zu "unserem wichtigsten Wirtschaftspartner", der Europäischen Union, wieder gestärkt werden, forderten der Unternehmerverband TÜSIAD und die Union der Kammern und Börsen in der Türkei (TOBB) am Dienstag.

Die Bemühungen, die Probleme mit den USA zu überwinden, müssten fortgesetzt werden. Die Verbände begrüßten zudem die Erklärung der Zentralbank vom Vortag, dass Banken sich zusätzliche Mittel in Fremdwährung leihen könnten. Um die hohe Inflation dauerhaft zu drücken, müsste "umgehend" ein Fahrplan zur Vertrauensbildung fertiggestellt werden. Die beiden Verbände erklärten auch, das Fundament der türkischen Wirtschaft sei stabil.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte indes an, die Türkei werde elektronische Produkte aus den USA boykottieren. Die USA hätten iPhones, doch "auf der anderen Seite" gebe es Samsung, sagte Erdogan am Dienstag im türkischen Fernsehen. Die Türkei und die USA stecken derzeit in einem tiefen Konflikt, der die türkische Währung massiv belastet. Es sei "wichtig, dass wir bei unserer entschiedenen politischen Haltung bleiben", sagte Erdogan im Fernsehen. Zugleich versicherte Erdogan, die Türkei habe alle notwendigen Maßnahmen mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung ergriffen.

(APA/dpa)

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