Quelle: ZAMG

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Neue US-Strafzölle auf türkischen Stahl in Kraft

13.08.2018 - 14:42
US-Präsident Trump hatte die Sanktionen angekündigt© APA (AFP)US-Präsident Trump hatte die Sanktionen angekündigt

Im Streit zwischen Washington und Ankara sind drastisch erhöhte US-Strafzölle in Kraft getreten. Seit 0.01 Uhr (US-Ostküstenzeit/6.01 MESZ) am Montag wird Stahl aus der Türkei mit Abgaben in der Höhe von 50 Prozent statt bisher 25 Prozent belegt, wie das Weiße Haus zuvor verkündet hatte. US-Präsident Donald Trump hatte die Verdoppelung am Freitag angeordnet.

Auf Twitter hatte Trump zugleich angekündigt, auch die Strafzölle auf Aluminium aus der Türkei auf 20 Prozent zu verdoppeln. Für die neuen Abgaben auf Aluminium wurde noch kein Datum genannt. Trump hatte in dem Tweet vom Freitag ausdrücklich auf die schlechten Beziehungen zu dem NATO-Partner und auf den Absturz der türkischen Lira verwiesen, den er mit seiner Ankündigung weiter beschleunigte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft den USA vor, einen "Wirtschaftskrieg" gegen sein Land zu führen.

Nach der Verhängung der Sanktionen und Strafzölle warf Erdogan dem NATO-Partner USA vor, seinem Land in den Rücken zu fallen. "Einerseits seid ihr mit uns in der NATO, andererseits versucht ihr, eurem strategischen Partner in den Rücken zu fallen", sagte Erdogan am Montag in einer Rede in Ankara. Er kündigte an, die Beziehungen zu anderen Ländern auszubauen.

Erdogan rechnet mit weiteren Angriffen auf die Wirtschaft seines Landes. Zugleich versichert er, dass die unter Druck geratene Lira wieder auf ein vernünftiges Niveau klettern werde. Grund für den drastischen Verfall der türkischen Währung sei eine Verschwörung und weniger wirtschaftliche Fundamentaldaten, sagte Erdogan. Das Verbreiten von falschen Nachrichten käme Verrat gleich.

Im Zentrum des Streits stehen zwei Geistliche: Washington fordert die Freilassung des US-amerikanischen Pastors Andrew Brunson, der wegen des Verdachts auf Spionage und Terrorvorwürfen in der Türkei unter Hausarrest steht. Ankara wiederum verlangt bisher vergeblich die Auslieferung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen, den Erdogan für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich macht.

Nach Angaben des türkischen Handelsministeriums exportierte das Land im vergangenen Jahr Eisen, Stahl und Aluminium im Wert von 1,1 Milliarden Dollar (heute 960,20 Mio. Euro) in die USA - das habe einem Anteil von 0,7 Prozent aller Ausfuhren entsprochen.

Die türkische Regierung will indes mit einem Aktionsplan für die Wirtschaft die Märkte beruhigen und den Kursverfall der Lira stoppen. "Von Montagmorgen an werden unsere Institutionen die notwendigen Schritte unternehmen und dies den Märkten mitteilen", sagte Finanzminister Berat Albayrak in einem Interview der Zeitung "Hürriyet".

Laut Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat die Türkei genug getan, um die Beziehungen zu den USA zu reparieren. Die USA müssten lernen, dass sie mit Drohungen nichts erreichten, sagte Cavusoglu am Montag vor Botschaftern in Ankara. Die Regierung in Washington hätte sich bei grundsätzlichen Sicherheitsfragen im Widerspruch zu ihren Bündnisverpflichtungen verhalten.

Hinsichtlich des Verfalls der Lira teilte das Präsidialamt mit, niemand sollte etwas auf Spekulationen an der Börse geben. Die Wirtschaft des Landes sei stark. Das Finanzministerium, die Zentralbank, die Bankenaufsicht und andere Institutionen hätten die notwendigen Schritte zur Stabilisierung der Lage eingeleitet.

(APA/dpa/ag.)

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