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Trump nimmt Welthandelsorganisation ins Visier

03.07.2018 - 15:07
WTO-Austritt der USA wird von Trump aber dementiert© APA (AFP)WTO-Austritt der USA wird von Trump aber dementiert

US-Präsident Donald Trump holt im Handelsstreit zum Rundumschlag aus und droht der Welthandelsorganisation (WTO) wegen angeblicher Unfairness mit Konsequenzen. "Die WTO hat die USA sehr, sehr schlecht behandelt und ich hoffe, sie ändert dies", sagte Trump in Washington. Falls nicht, würden die USA "etwas unternehmen", fügte er hinzu, ohne Details zu nennen. Einen WTO-Austritt dementierte Trump.

Das Nachrichtenportal Axios hatte unter Berufung auf einen Insider berichtet, Trump habe einen WTO-Austritt vielfach angedroht. Handelsminister Wilbur Ross sprach im Sender CNBC von einem verfrühten Gerede. Die WTO sei sich jedoch im Klaren, dass "einige Reformen" her müssten.

Trump verfolgt einen protektionistischen Kurs und hat auch China sowie der Europäischen Union vorgeworfen, sich im Handel mit den Vereinigten Staaten unfaire Vorteile zu schaffen. Im Streit mit der EU wird es laut Trump schon bald zu Gesprächen zwischen beiden Seiten kommen. "Wir werden sie ziemlich rasch treffen", sagte Trump bei einem Besuch des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte in Washington. Die EU sei daran interessiert, "etwas auszuarbeiten".

Nach den Zöllen auf Stahl und Aluminium droht Trump der EU nun mit Einfuhrzöllen auf Autos und Autoteile von 20 Prozent. Die Branche in Deutschland ist besonders betroffen: Jedes zweite von deutschen Herstellern in den USA produzierte Auto gehe in den Export, sagte der Chef des Branchenverbands VDA, Bernhard Mattes, am Dienstag in Berlin.

Der US-Präsident kritisiert ein Ungleichgewicht in der Branche. Um Strafabgaben abzuwenden, wollen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und die EU-Handelsbeauftragte Cecilia Malmström bis Ende des Monats nach Washington reisen. Seit Anfang Juni verlangen die USA Importzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU. Auch andere Länder sind betroffen. Die EU reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Waren wie Erdnussbutter und Harley-Davidson-Motorräder.

(APA/ag.)

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