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Niki Lauda steigt in Bieterwettkampf um Air Berlin ein

14.09.2017 - 18:33
Niki Lauda hat Interesse an seiner ehemaligen Fluglinie© APANiki Lauda hat Interesse an seiner ehemaligen Fluglinie

Der Unternehmer und Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda steigt nun in den Bieterwettkampf um die insolvente Air Berlin ein. Mit den Partnern Thomas Cook und Condor will er etwa 100 Mio. Euro für die ursprünglich von ihm gegründete Airline Niki und andere Teile von Air Berlin bieten, kündigte er im Ö1-"Morgenjournal" am Donnerstag an.

"Wir bieten um die 100 Millionen", sagte Lauda. Die Kombination mit Thomas Cook und Condor sei ideal, weil man so für die Auslastung der Flugzeuge garantieren könne. Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook und dessen Tochter, der Ferienfluggesellschaft Condor, sitzen mit Lauda in einem Boot.

Über seine Chancen könne er nichts sagen, die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa habe aber einen großen Vorsprung. Sollte die AUA-Mutter Lufthansa siegreich sein, gebe es in Österreich gar keine Konkurrenz mehr, warnte Lauda.

Im "Kurier" (Donnerstagsausgabe) hatte Niki Lauda bereits seine Bieterabsicht angekündigt. Neben der von ihm gegründeten und nicht insolventen Airline Niki wolle man auch 17 Maschinen der Air Berlin übernehmen.

Lauda hofft auch auf die Hilfe der Kartellbehörden. Vorige Woche habe Lauda Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) seine Aufwartung gemacht, um zu klären, ob er mit der Unterstützung der österreichischen Politik rechnen könne. Das schreibt das Magazin "trend". Der Ex-Rennfahrer und einstige Niki-Gründer zähle vor allem auf die Kartellbehörden, was seine Chancen betrifft. Die deutsche Politik favorisiert eine weitgehende Übernahme der Air Berlin durch die Lufthansa. Die Wettbewerbsbehörden werden aber wohl Auflagen machen und könnten, so heißt es in dem Magazin, zum Beispiel den getrennten Verkauf von Niki verlangen.

Nach zahlreichen Flugausfällen in den vergangenen Tagen normalisiert sich der Flugbetrieb von Air Berlin unterdessen wieder. Man habe die begründete Hoffnung, dass heute ein normaler Tag werde, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft am Donnerstagvormittag.

Nach Angaben des Unternehmens wurden in Berlin-Tegel vier Verbindungen gestrichen, in Düsseldorf zwei und in Frankfurt eine. In Stuttgart musste die Airline zwei Flüge annullieren. Dabei spielen laut Air Berlin auch die Auswirkungen des Hurrikans Irma eine Rolle. Die Zahl der Krankmeldungen gehe ebenfalls weiter zurück, so die Sprecherin: "Immer mehr Piloten melden sich fit zum Dienst."

Weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten, waren am Dienstag und Mittwoch rund 200 Flüge ausgefallen. Die Niki-Mutter Air Berlin hatte im August Insolvenz angemeldet. Die angeschlagene Fluglinie verhandelt mit der Lufthansa und weiteren Airlines über einen Verkauf von Unternehmensteilen. An diesem Freitag endet die Bieterfrist.

Nach den vielen Flugausfällen bei Air Berlin wegen einer hohen Zahl von Krankmeldungen nahm die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Piloten gegen Kritik in Schutz. Seit Jahren arbeiteten die Crews für ein "Unternehmen in wirtschaftlicher Schräglage" und würden seitdem immer mehr unter Druck gesetzt, erklärte die VC am Donnerstag.

Seit einigen Tagen seien die Piloten nun in einer "Extremsituation". Den Piloten sei am Montag mitgeteilt worden, dass die Niki-Mutter Air Berlin zwar mit potenziellen Partnern "über Flugzeuge und Streckenrechte verhandeln wird", eine tarifliche Lösung zur Weiterbeschäftigung für die Mitarbeiter derzeit aber "nicht angedacht" sei, erklärte VC. Durch die daraus folgenden Existenzängste und psychischen Belastungen habe sich "der ein oder andere Pilot nicht mehr in der Lage" gesehen, konzentriert zu arbeiten und einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten.

(APA/dpa)

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