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Großbritannien verbietet ab 2040 Diesel- und Benzin-Autos

26.07.2017 - 14:06
Schäden für Umwelt zu groß© APA (Symbolbild/dpa)Schäden für Umwelt zu groß

Großbritannien will ab 2040 den Verkauf von Dieselfahrzeugen und Benzinern verbieten. Die Emissionen und der Schaden für die Umwelt seien zu groß, sagte Umweltminister Michael Gove am Mittwoch dem Sender BBC. "Die Konservativen haben in ihrem Manifest versprochen, dass bis 2050 keine Diesel- oder Benzinfahrzeuge mehr auf unseren Straßen sind", sagte Gove.

Das bedeute, dass ab 2040 keine neuen Diesel- oder Benzinfahrzeuge mehr zugelassen werden sollten. Für Straßen mit besonders hohen Emissionen wolle die Regierung den lokalen Behörden 200 Mio. Pfund (224 Mio. Euro) zur Verfügung stellen. Er halte die Verbannung von Autos von Straßen mit besonders hoher Schadstoffbelastung für sinnvoller als ein generelles Fahrverbot etwa für Innenstädte.

Nach Einschätzung von Experten wird die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren mit Diesel und Benzin unter dem Druck schärferer Klimavorschriften im kommenden Jahrzehnt sinken. Angesichts der höheren Kosten und geringeren Reichweite machen Elektroautos aber nach wie vor nur einen Bruchteil der Autoverkäufe aus.

Daimler und Volkswagen peilen an, bis 2025 rund ein Viertel ihres Pkw-Absatzes mit Elektroautos zu bestreiten. Der schwedische Autobauer Volvo, eine Tochter der chinesischen Geely, hatte jüngst als erster traditioneller Autobauer seinen Abschied von Benzin- und Dieselmotoren bekanntgegeben. Ab 2019 soll jeder neue Volvo entweder mit Elektro- oder Hybridantrieb fahren. BMW teilte am Dienstag mit, den angekündigten Elektro-Mini in Großbritannien fertigen zu wollen.

Mit Blick auf die britischen Pläne fordern auch deutsche Politiker von CDU und Linken klare zeitliche Vorgaben für die Abkehr von Benzin- und Dieselautos auf deutschen Straßen. "Den Abschied von der Verbrennungstechnologie werden wir kurzfristig einleiten müssen", sagte der CDU-Verkehrspolitiker Oliver Wittke.

Es gehe nicht an, dass Großbritannien hier den "Taktgeber" spiele, das europäische Automobil-Land schlechthin aber hinterherhinke, erklärte Wittke im Deutschlandfunk. Deutschland müsse, nach Möglichkeit in Absprache mit seinen europäischen Partnern, hier eine verbindliche Absprache treffen. Der richtige Zeitpunkt für einen Ausstieg sei dabei noch zu klären. Wittke äußerte sich mit Blick auf den Diesel-Gipfel von Politik und Autobauern Anfang August.

Die deutsche Regierung will keinen angeordneten Ausstieg aus Dieselautos und Benzinern, wie ihn Großbritannien für die Zeit nach 2040 angekündigt hat. "Ein Verbot von Diesel-Fahrzeugen oder Benzinern steht derzeit nicht auf der Agenda der Bundesregierung", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin.

Kanzlerin Angela Merkel habe häufig davor gewarnt, den Diesel zu verteufeln, da er wegen seines geringeren CO2-Ausstoßes klimafreundlicher sei als Benzinmotoren. "Selbstverständlich" suche die Bundesregierung nach Alternativen, weswegen sie alternative Antriebe wie die Elektromobilität fördere.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums kritisierte eine Festlegung als "relativ fantasielos", weil sie zum Beispiel Erkenntnisse der Forschung außer Acht lasse. Das Klima habe nichts davon, wenn Autos mit Strom unterwegs seien, der zum Beispiel mit Braunkohle produziert werde.

Der VCÖ forderte unterdessen auch für Österreich einen Zeitplan für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, wie dies andere Staaten vorzeigen würden. "Der VCÖ hält es für realistisch, dass bereits ab dem Jahr 2030 keine Neuwagen mehr mit Diesel- oder Benzinmotor verkauft werden", so der Verkehrsclub. Er verweist auf die Zeitpläne, die einige Bundesländer für das Ende der Ölheizung vorgelegt haben.

(APA/ag.)

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