Quelle: ZAMG

Wirtschaftskolumne

Partner

PR Inside

Insolvenzentscheidung zur Alitalia fällt kommende Woche

26.04.2017 - 17:24
Der Flugbetrieb ist vorerst gesichert© APA (AFP)Der Flugbetrieb ist vorerst gesichert

Die Hauptversammlung der Alitalia-Aktionäre entscheidet erst kommende Woche über die Insolvenzprozeduren für die marode italienische Airline. Die ursprünglich für Donnerstag geplante Versammlung wurde auf den kommenden Dienstag verlegt, teilte die Fluggesellschaft mit. Die Fluggesellschaft soll unter Aufsicht eines Sonderverwalters gestellt werden, berichteten italienische Medien.

Dieser könnte die Auflösung der Fluglinie beschließen oder sich auf die Suche nach Interessenten machen. Nicht ausgeschlossen wird, dass die ehemalige staatliche Airline zerstückelt verkauft wird. Nach dem gescheiterten Rettungsversuch wirbt die Regierung in Rom derzeit um Käufer für die Krisen-Airline. "Das Unternehmen wird an den Bestbieter verkauft", sagte Verkehrsminister Graziano Delrio. Eine Mehrheit der Angestellten hatte am Montag den Sanierungsplan abgelehnt, der Gehaltskürzungen und Stellenstreichungen vorsah.

Auf die Frage, ob etwas gegen eine Übernahme durch die Lufthansa spreche, sagte er: "Es gibt keine Einwände dagegen, aber die Entscheidung liegt bei den Anteilseignern." Mit Abstand größter Aktionär bei Alitalia ist die arabische Airline Etihad. Lufthansa wollte sich zu den seit Tagen zirkulierenden Spekulationen über eine mögliche Übernahme nicht äußern.

"Am wahrscheinlichsten" sei nun, dass Alitalia unter staatliche Aufsicht gestellt werde, sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, dem Fernsehsender Tg3. Diese kommissarische Aufsicht könnte nach sechs Monaten mit einem Verkauf von Teilen oder des Ganzen enden, "oder mit der Abwicklung".

Staatliche Finanzhilfe hatte die Regierung ausgeschlossen. Calenda betonte am Mittwoch, Alitalia habe den Steuerzahler schon 7,4 Mrd. Euro gekostet. Die Verbraucherorganisation Aduc hatte die Airline ein Fass ohne Boden genannt. Auch die Banken wollen kein weiteres Geld mehr zuschießen. Von einer Abwicklung wären rund 20.000 Beschäftigte betroffen, 12.500 bei Alitalia selbst und weitere 8.000 bei Zulieferern.

Alitalia schreibt seit vielen Jahren Verluste. Auch der Einstieg der Golf-Airline Etihad mit einer Beteiligung von 49 Prozent und Finanzspritzen dieses Anteilseigners halfen nicht. Dem Unternehmen macht vor allem die Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet zu schaffen.

Der italienische Premier Paolo Gentiloni zeigte sich am Mittwoch wegen den Entwicklungen besorgt, schloss jedoch eine Verstaatlichung der maroden Fluggesellschaft entschieden aus. "Die Bedingungen für eine Verstaatlichung sind nicht vorhanden", betonte Gentiloni nach Medienangaben.

Die Regierung werde sich jedoch bemühen, Arbeitsplätze bei Alitalia zu retten. "Die Ablehnung des Rettungsplans erschwert uns die Arbeit", betonte Gentiloni. Er erklärte sich darüber enttäuscht, dass die Belegschaft den mühsam mit Gewerkschaften und Management ausgehandelten Rettungsplan abgelehnt habe.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech