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Streiks an Berliner Flughäfen enden Mittwochfrüh

14.03.2017 - 13:55
Auch am Dienstag wurde auf den Berliner Flughäfen gestreikt© APA (dpa)Auch am Dienstag wurde auf den Berliner Flughäfen gestreikt

Im Tarifkonflikt des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen gibt es bis einschließlich Sonntag keine weiteren Streiks. Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Dienstag an, der seit Montag laufende Arbeitskampf werde wie geplant Mittwochfrüh gegen 5.00 Uhr beendet. Anschließend werde sich der Betrieb in Tegel und Schönefeld schrittweise normalisieren.

"Wir haben uns zu dieser Streikpause entschlossen, um den Arbeitgebern eine weitere Nachdenkpause zu gewähren", sagte Verdi-Streikleiter Enrico Rümker. Nur mit einem verbesserten Angebot der Arbeitgeber könne der verschärfte Konflikt beigelegt werden. Die Arbeitgeber schlugen ihrerseits eine Schlichtung vor und signalisierten, dass es vorerst kein neues Offert gebe.

Freitag, Montag und Dienstag fielen insgesamt rund 1.900 Flüge aus, auch die Flugverbindungen mit Österreich fielen den Streichungen zum Opfer. Zehntausende Passagiere waren betroffen.

"Permanente Streiks und verhärtete Fronten sind keinem länger zumutbar", sagte ein Sprecher der Arbeitgeber. "Die Positionen liegen derzeit extrem weit auseinander." Deshalb sei eine Schlichtung der einzige Weg, um eine für beide Seiten vertretbare Lösung zu finden. Verdi gab sich zurückhaltend. "Ich muss das erst einmal bewerten", sagte Rümker in einer ersten Reaktion zu Reuters. "Das Problem ist: Wir haben keine Schlichtungsvereinbarung." Unklar sei, ob zu dem Vorschlag auch ein "substanziell verbessertes Angebot" gehöre. Auf die Frage, ob die Arbeitgeber planen, eine solches Offert vorzulegen, sagte der Arbeitgeber-Sprecher: "Nein, erst einmal nicht."

Verdi fordert für die rund 2.000 Mitarbeiter des Bodenpersonals eine Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro auf 12 Euro und einen Tarifvertrag mit einjähriger Laufzeit. Die Arbeitgeberseite bietet eine Erhöhung des gesamten Lohnvolumens von 8 Prozent über drei Jahre an. Verdi-Bundesvorstand Christine Behle verwies auf einen Tarifabschluss vom Montag am Stuttgarter Flughafen, wo das Bodenpersonal - je nach Lohngruppe - künftig bis zu 15,2 Prozent mehr Einkommen bekommt. "Was an anderen Standorten erreicht wurde, muss auch in Berlin möglich sein", betonte Behle.

Verdi kritisierte ferner, dass der irische Billigflieger Ryanair mit eigenem Personal einen kleinen Teil der Flüge abfertigte. "Dazu hat die Fluggesellschaft eigenes Personal aus dem Ausland eingeflogen, das jetzt ohne Sicherheitsüberprüfung mit schnell ausgestellten Tagesausweisen auf dem Schönefelder Vorfeld tätig ist", erklärte Rümker. Verdi sehe dadurch die Sicherheit der Passagiere bedroht und werde die Tätigkeit von Fremdarbeitskräften beim Luftfahrtbundesamt anzeigen. Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs bestätigte den Einsatz und sprach von einer Schande, dass die Gewerkschaft Berlin als "Geisel" nehme.

(APA/ag.)

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