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Streik an Berliner Flughäfen wird bis Mittwoch verlängert

13.03.2017 - 17:00
Streik des Bodenpersonals an Berliner Flughäfen© APA (dpa)Streik des Bodenpersonals an Berliner Flughäfen

Wegen eines Streiks des Bodenpersonals der Flughäfen Tegel und Schönefeld sind fast alle Flüge von und nach Berlin am Montag gestrichen worden. Die Gewerkschaft ver.di hatte rund 2.000 Beschäftigte zum Streik aufgerufen. Auch sämtliche Montagsflüge zwischen Wien und Berlin wurden gestrichen. Der Streik soll noch bis Mittwoch verlängert werden.

448 Abflüge in Tegel und 194 Abflüge in Schönefeld würden voraussichtlich ausfallen, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg am späten Sonntagabend. Es könnten demnach noch mehr werden. "Wir bitten alle Passagiere, sich vor Reisebeginn bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Flugstatus zu erkundigen."

Erst am Freitag waren Hunderte Flüge in Tegel und Schönefeld ausgefallen. Der Ausstand traf auch zahlreiche Besucher der am Sonntagabend zu Ende gegangenen Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in der deutschen Hauptstadt. Wie schon bei früheren Streiks leiteten einige Fluglinien bestimmte Flüge um, etwa nach Dresden und Leipzig, deren Flughäfen jeweils rund 25 Landungen übernahmen.

Der Streik bringt auch am Dienstag Ausfälle von An- und Abflügen an österreichischen Flughäfen. Der größte österreichische Flughafen in Wien-Schwechat ist naturgemäß am stärksten betroffen. Von insgesamt 19 Verbindungen (10 Hin- und 9 Rückflüge) sind zwar erst 7 fix storniert. Ein Airport-Sprecher rechnete auf APA-Anfrage aber damit, dass alle Flüge ausfallen.

"Wir empfehlen allen Berlin-Reisenden Kontakt mit ihrer Airline aufzunehmen. Aktuelle Informationen finden sich auch auf der Homepage des Flughafen Wien", sagte der Sprecher. Drei Airlines würden morgen normalerweise Wien mit Berlin-Tegel und -Schönefeld verbinden. Ab dem Zeitpunkt des Streikendes würde sich der Flugverkehr rasch wieder normalisieren, so die Einschätzung des Flughafen-Wien-Vertreters.

Auch in Graz kommt es neuerlich zu Ausfällen. Dort finden vier Flüge nicht statt. Zwei Abflüge und zwei Ankünfte sind für Dienstag storniert worden.

Die beiden Dienstagsflüge von Salzburg nach Berlin sollen ebenso auch morgen ausfallen. Betroffen sind die Früh- und die Nachmittagsmaschine von Air Berlin nach Tegel. Die zweite Fluglinie, die von Salzburg aus Berlin bedient, Easyjet, bietet dienstags hingegen keine Verbindung in die deutsche Hauptstadt.

Innsbruck und Klagenfurt sind am morgigen Dienstag nicht betroffen. Dienstags gibt es von dort aus grundsätzlich keine Berlin-Verbindungen.

Die Streikleitung in Berlin hatte am heutigen Montag mitgeteilt, dass die Arbeitsniederlegungen auch am Dienstag ganztägig fortgesetzt werden. Die Arbeitgeber hätten "immer noch kein Entgegenkommen signalisiert" und würden sich einer Lösung am Verhandlungstisch widersetzen, begründete die deutsche Gewerkschaft ver.di laut Nachrichtenagentur AFP die Verlängerung des Ausstands. Es sei "wenig hilfreich", dass die Arbeitgeber weiterhin die "vermeintlichen Vorzüge" ihres Angebots vom vergangenen Dienstag hervorhöben. Dieses sei aber von der Tarifkommission einstimmig abgelehnt worden.

Die Gewerkschaft forderte ein "deutlich verbessertes Angebot". Die Beschäftigten des Bodenpersonals erhielten "vielfach Löhne, von denen sie nicht leben können, viele müssen aufstocken oder einen Zweitjob ausführen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen".

Verdi hatte das Bodenpersonal in Tegel und Schönefeld bereits am Freitag und am Montag zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. An beiden Tagen mussten deshalb jeweils rund 660 Flüge gestrichen werden - am Montag waren es in Schönefeld nach Angaben der Flughafengesellschaft 195 Flüge und in Tegel 465. Passagiere wurden gebeten, sich vor Reisebeginn bei ihrer Fluggesellschaft über ihren Flug zu informieren. Zum Vergleich: Auch am Vienna International Airport gibt es täglich rund 660 Flugbewegungen - als Starts und Landungen.

(APA/dpa)

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