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Schadprogramm in Netzwerk von US-Stromversorger entdeckt

31.12.2016 - 14:19
Die US-Regierung beschuldigt russische Geheimdienste© APA (dpa/Symbolbild)Die US-Regierung beschuldigt russische Geheimdienste

Russischen Hackern ist es einem Zeitungsbericht zufolge gelungen, ins Netzwerk eines Stromversorgers in den USA einzudringen. Die US-Behörden hätten das gefundene Schadprogramm einer groß angelegten russischen Hackerattacke zugeordnet, berichtete die "Washington Post" am Freitag.

Im System des städtischen Stromversorgers in Burlington im US-Staat Vermont sei ein "Code" entdeckt worden, der der russischen Hackerattacke namens "Grizzly Steppe" zugeordnet werden könne, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Behördenvertreter.

Das Unternehmen wurde nach eigenen Angaben am Donnerstagabend von der US-Regierung vor einem Hackerangriff gewarnt und überprüfte daraufhin sein System. Das Schadprogramm sei auf einem Laptop gefunden worden, der allerdings nicht mit dem Stromnetz in Burlington verbunden gewesen sei, erklärte der Stromversorger. Der Computer sei umgehend vom Netzwerk getrennt worden.

Der genaue Grund für den Angriff auf den Stromversorger sei unklar, schrieb die "Washington Post". Die Cyber-Attacke habe für den Betrieb des Unternehmens keine Folgen gehabt, aber die "Verwundbarkeit" des US-Stromnetzes deutlich gemacht. Möglicherweise hätten die russischen Hacker testen wollen, ob sie in einen Teil des US-Netzes eindringen können.

Im Dezember 2015 hatte ein durch einen Hackerangriff ausgelöster Stromausfall den Westen der Ukraine für mehrere Stunden in Dunkelheit versinken lassen, 80.000 Menschen waren betroffen. Russland hatte den Vorwurf, für die Cyber-Attacke verantwortlich zu sein, zurückgewiesen.

Laut einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht der US-Bundespolizei FBI attackierten russische Geheimdienste in den vergangenen zwei Jahren bereits das Computersystem der Demokratischen Partei von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit betrügerischen E-Mails. Sie setzten ihre Hackerversuche demnach auch nach der Präsidentschaftswahl im November fort.

Die US-Geheimdienste werfen Moskau vor, mit solchen Angriffen in den US-Wahlkampf eingegriffen und dabei das Ziel verfolgt zu haben, Donald Trumps Chancen auf einen Sieg zu erhöhen.

Als Reaktion auf die Hackerangriffe hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama am Donnerstag die Ausweisung von 35 russischen Diplomaten verkündet. Russlands Präsident Putin verzichtete zunächst jedoch auf Gegenmaßnahmen - wofür er von Obamas designiertem Nachfolger ausdrücklich gelobt wurde.

Der Verzicht auf Vergeltung sei ein "toller Schritt" des russischen Präsidenten, schrieb Trump am Freitag im Online-Kurzmitteilungsdienst Twitter: "Ich wusste schon immer, dass er sehr schlau ist!" Trump tritt sein Amt am 20. Jänner an. Der Immobilienmilliardär gilt schon lange als Russland-Freund und plant engere Beziehungen zum Kreml.

(APA/dpa/ag.)

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