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Zuwachs bei Leseschwachen in Österreich am höchsten

02.02.2011 - 12:04
Expertengruppe unter Vorsitz von Sonderbotschafterin Prinzessin Laurentien© EPAExpertengruppe unter Vorsitz von Sonderbotschafterin Prinzessin Laurentien

Der Anteil an leseschwachen Schüler ist in Österreich zwischen 2006 und 2009 EU-weit am stärksten gewachsen. So nahm der Anteil der "Risikoschüler" - also jener 15- bzw. 16-jährigen Jugendlichen, die nicht sinnerfassend lesen können - laut PISA-Studie in diesem Zeitraum um sechs Prozentpunkte von 21,5 auf 27,5 Prozent zu.

Österreich lag damit 2009 insgesamt an drittschlechtester Stelle in der EU hinter Bulgarien (41,0) und Rumänien (40,4), geht aus den von der EU-Kommission am 1. Februar in Brüssel präsentierten Zahlen hervor. Allerdings waren die PISA-Ergebnisse für Österreich von der OECD nur "unter Vorbehalt" veröffentlicht worden, wegen eines Boykottaufrufs wurden keine Vergleiche mit früheren Testergebnissen gezogen.

EU-Bildungskommissarin Andoulla Vassiliou kündigte die Einsetzung einer Gruppe hochrangiger Experten für Alphabetisierung an. Die Gruppe steht unter dem Vorsitz der niederländischen Prinzessin Laurentien, die als Sonderbotschafterin für Alphabetisierung für die UNESCO (UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) tätig ist. Im EU-Durchschnitt ist jeder fünfte Jugendliche im Alter von 15 Jahren von Leseschwäche betroffen, konkret 19,6 Prozent. Ziel ist es, den Anteil der Schüler mit Schwierigkeiten in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften bis 2020 auf unter 15 Prozent zu senken.

Oftmals fehlen Basiskenntnisse

Vassiliou erklärte, zu viele Europäer würden sich vom Arbeitsmarkt und der umfassenden Teilnahme an der Gesellschaft ausgeschlossen sehen, weil ihnen die grundlegenden Schreib- und Lesefertigkeiten fehlten. Prinzessin Laurentien sagte, es sei höchste Zeit, dass Europa sich der unangenehmen Wahrheit stelle, dass es auch in der EU ein hohes Maß an Analphabetismus gebe. Bisherige Tabus müssten gebrochen werden. Die von ihr geleitete Expertengruppe soll nach Möglichkeiten suchen, die Schreib- und Lesekompetenz zu fördern.

Bei der Entwicklung der Leseschwäche 2006 bis 2009 gibt es insgesamt nur sechs EU-Länder mit einem Wachstum. Hinter Österreich (plus 6,0 Prozentpunkte) liegen Irland (5,1), Slowenien (4,7), Finnland (3,3), Luxemburg (3,1) und Schweden (2,1). In den anderen EU-Staaten wurde eine Abnahme der Leseschwäche verzeichnet, die höchste mit minus 13,1 Prozent in Rumänien (allerdings von einem hohen Level aus). Dahinter liegt Bulgarien (-10,1), Portugal (-7,2), Griechenland (-6,4), Spanien (-6,1), Slowakei (-5,5), Italien (-5,4), Lettland (-3,6), Ungarn (-3,0), Frankreich (-1,9), Belgien und Tschechien (-1,7), Deutschland (-1,5), Litauen (-1,4), Polen (-1,2), Dänemark und Niederlande (je -0,8), Großbritannien (-0,4) und Estland (-0,3). Keine Daten gibt es aus den beiden EU-Staaten Malta und Zypern.

(APA)

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