Quelle: ZAMG

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Karl plädiert für Uni-"Finanzierungsmix"

28.10.2010 - 11:23
"Genauso legitim, Wissenschaft und Forschung zu sponsern", so Ministerin© TU Wien/Johannes Braumann"Genauso legitim, Wissenschaft und Forschung zu sponsern", so Ministerin

Öffentliche Mittel sowie die Beteiligung von Studenten und der Wirtschaft zur Budgetierung der Universitäten wünschte sich Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) bei einem Empfang für Uni-Angehörige in Wien.

Es sei sicher Aufgabe des Staates, die Unis zu finanzieren; angesichts des rasanten Wachstums der Studentenzahl könne die öffentliche Hand aber nicht alles leisten, sprach sich Karl für Studiengebühren und mehr Sponsoring seitens der Wirtschaft aus. Die Regierung habe mit den bei der Budgetklausur beschlossenen zusätzlich 80 Mio. Euro den Anteil der öffentlichen Finanzierung der Unis gesteigert. "Zusätzlich zu diesem klaren Signal der Regierung braucht es auch klare Signale vonseiten Dritter", sagte Karl. Konkret sprach sie die Wirtschaft an, wo Sponsoring bei Sport, Kunst und Kultur üblich sei. "Es ist genauso legitim, Wissenschaft und Forschung zu sponsern", so die Ministerin. Dazu müsse man auch stärker nach außen kommunizieren, was an den Unis passiert, wo überall Forschung dahintersteckt.

Auch Studenten sollen Beitrag leisten

"Drittmittel" sollten aber nicht nur von der Wirtschaft, sondern auch vonseiten der Studenten kommen - womit Karl einmal mehr Studiengebühren forderte. "Es geht darum, dass Hochschulbildung etwas Wert sein soll. Jene, die davon profitieren, sollten einen Beitrag leisten", so Karl. Verbunden müsste dies mit einem treffsicheren Studienförderungssystem sein.

Kritisch sieht der Hochschulforscher Hans Pechar die geplanten Kürzungen bei der Familienbeihilfe: Diese sei ein "Eckpfeiler der Studienförderung" in Österreich. Mit der Kürzung unterscheide sich der durchschnittliche Verlust der Familienbeihilfe über das gesamte Studium gerechnet nicht wesentlich von jenen Beträgen, die hierzulande als zumutbare Studiengebühren gelten würden. "Mit dem großen Unterschied, dass einkommensschwache Studenten, die von Studiengebühren ausgenommen wären, von der Kürzung der Familienbeihilfe voll betroffen sind", so Pechar.

(APA)

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