Quelle: ZAMG

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Uni-Protest: Vereinter Kampf um mehr Geld

19.10.2010 - 15:16
Protest an der Uni Graz© APAProtest an der Uni Graz

Tausende Studenten, Uni-Lehrende, Betriebsräte und Sympathisanten haben an Vollversammlungen von Universitäten im ganzen Land teilgenommen. An der Technischen Universität (TU) Wien und der Med-Uni Wien sind jeweils mehr als 1.000 Personen dem Aufruf von Rektoren und HochschülerInnenschaft (ÖH) gefolgt, gemeinsam gegen die angekündigten Budgetkürzungen ab 2013 zu protestieren.

In Innsbruck wurde die Vollversammlung von Uni und Med-Uni in der Öffentlichkeit abgehalten, laut Polizei nahmen 1.500 Personen teil. An der Uni Graz waren gleich drei Hörsäle zum Bersten voll. Noch bis 18 Uhr werden an den Unis Vollversammlungen abgehalten, in Graz, Salzburg und Wien sind auch Demos angekündigt.

Die Rektoren zeichneten im Vorfeld ein dramatisches Bild, sollte die Regierung sich nicht entschließen, das Uni-Budget ab dem Jahr 2013 deutlich zu erhöhen. Bleibe die Regierung bei ihren Plänen, habe dies an den Unis "unweigerlich" einen Abbau von Personal bzw. die Schließung von Studiengängen oder ganzen Instituten "deutlich vor 2013" zur Folge, warnte die Universitätenkonferenz (uniko).

Nach wie vor warten die Uni-Chefs auf einen früheren Gesprächstermin bei der Regierungsspitze als der angebotene 22. November - dieser sei "in doppelter Hinsicht ein Hohn", so der Rektor der Uni Salzburg, Heinrich Schmidinger: "Erstens, wenn man sagt, wir reden erst in zwei Monaten mit euch, weiß man, was man davon zu halten hat", so Schmidinger. "Wären wir die ÖBB oder die Metaller oder Pensionistenvertreter, würden wir in dieser Woche einen Termin bekommen." Er habe den Verdacht, dass "man die Sache nicht wirklich ernst nimmt". Zweitens sei es auch ein Signal, dass man einen Termin erst nach Ausverhandlung des Budgets erhalte: "Es bedeutet, wir ändern nichts mehr."

Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) versteht die "Ängste der Rektoren". "Sie machen sich Sorgen, wie es ab dem Jahr 2013 weitergeht." Bis 2012 seien die Budgets gesetzlich gesichert, in diese werde nicht eingegriffen. Ab 2013 bräuchten die Unis aber allein für die Sicherung des fortlaufenden Betriebs 250 Mio. Euro, betonte Karl. Diese müssten sich sowohl aus öffentlichen als auch privaten Mitteln wie Studiengebühren oder Drittmitteln aus der Wirtschaft zusammensetzen.

Unterstützung für die Anliegen der Unis kam von der Gewerkschaft der Privatangestellten Druck Journalismus Papier (GPA-djp), der Arbeiterkammer sowie SP-Landespolitikern. Das BZÖ fordert indes eine "Universitäts-Milliarde, um aus der Finanzierungssackgasse endlich herauszukommen", die FPÖ verlangt eine vierte Medizin-Uni in Linz.

(APA)

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