Quelle: ZAMG

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Konsequente Aktivierung von Artbeitslosen senkt Kriminalität

22.12.2014 - 09:40
Eine Studie aus Dänemark belegt: wenn Arbeitslose für staatliche Unterstützung eine Gegenleistung erbringen müssen, sinkt plötzlich auch die Kriminalitätsrate.
Aktivierung von Arbeistlosen© APA (Archiv/Pfarrhofer)Aktivierung von Arbeistlosen

Wenig Freude mit der neuen Studie aus Dänemark, werden die Freunde einer bedingungslosen Grundsicherung haben. Denn eine vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichte wissenschaftliche Analyse belegt, dass eine konsequente Aktivierung von Arbeitslosen viele positive Effekt für die Gesellschaft bringt.

So wurde in der dänische Gemeinde Farum bereits Ende der 80er-Jahre ein Arbeitsmarktmodell erprobt, dass sich „Fördern und Fordern" nennt. Dabei wurde der Bezug von Sozialhilfe strikt an die Annahme einer Beschäftigung oder einer Weiterbildungsmaßnahme gekoppelt. Hauptfokusgruppe des Projektes waren junge Erwachsene. Wie das IZA nun nach Auswertung der Langzeitstudie berichtet, zeigte das Programm viele positive Effekte. So wurden Arbeitslose nicht nur an einen geregelten Alltag herangeführt sondern wurden durch ihre aktive Teilhabe am Arbeitsmarkt auch das Selbstwertgefühlt gestärkt. Zusätzlich ermöglichte die Beschäftigung eine Aufbesserung des Arbeitslosengeldes.

Klarer Teil der Spielregeln war auch, wer Arbeitsangebote oder Trainingsmaßnahmen ablehnt, muss mit Sanktionen rechnen. Ziel war es, mit sogenannten Ein-Euro-Jobs Arbeitslose wieder an den Arbeitsalltag heranzuführen, um damit auch ihre Arbeitswilligkeit zu prüfen. In Dänemark führte die Regierung das Workfare-Modell nach den positiven Ergebnissen in Farum später landesweit ein.

„Wir sollten den Erfolg von Aktivierungsmaßnahmen nicht wie bislang primär an den Beschäftigungs- und Lohneffekten messen. Der gesellschaftliche Nutzen ist deutlich größer, als die reinen Arbeitsmarktzahlen vermuten lassen", fasst Studienkoautor Torben Tranaes, IZA-Fellow und Forschungsdirektor bei der dänischen Rockwool Foundation, gegenüber der „Welt“ zusammen.

Denn die Studie zeigte ein ursprünglich gar nicht bedachter aber gesellschaftlich nicht weniger positiver Zusatzeffekt: den aktivierten Beziehern von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe blieb weniger Zeit für kriminelle Aktivitäten, was die Kriminalitätsrate in Dänemark deutlich senkte, wie die Studienautoren feststellten. Als Erkenntnis der dänischen Studie gehen die Forscher daher davon aus, dass eine konsequente Umsetzung des Prinzips von Leistung und Gegenleistung im Sozialbereich zu einer Veränderung der persönlichen Einstellung und des Lebenswandels der Geförderten führt.

(relevant Redaktion)

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