Quelle: ZAMG

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Erst essen, dann streiten

15.04.2014 - 12:57
Hungrige Menschen sind aggressiver, bestätigt eine US-amerikanischen Studie. Diskutieren oder streiten sollte man deshalb nie mit leerem Magen.
Blutzucker beeinflusst Aggressionsverhalten© APA (Artinger)Blutzucker beeinflusst Aggressionsverhalten

Forscher der Ohio State University berichten in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift „Proceeding of the National Academy of Sciences“, dass sie den Nachweis erbringen konnten, dass ein niedriger Blutzuckerspiegel die Gereiztheit unter Ehepartnern fördert. Für die Studie waren die Emotionen der Partner unter anderem mit Hilfe von Voodoo-Puppen gemessen worden, berichteten die Wissenschaftler.

Schon seit längerem ist bekannt, dass Blutzucker wesentlichen Einfluss auf die Gehirnaktivität hat. Der Blutzuckerspiegel eines Menschen beeinflusst direkt die Kontrolle von Ärger und aggressiven Impulsen, berichtet der Hauptautor Brad Bushman. Ein sinkender Blutzuckerspiegel, wie typischerweise aufgrund von Hunger, könne damit wesentlichen Einfluss auf das Aggressionsverhalten von Menschen haben. Die Forscher gehen davon aus, dass Blutzuckerspiegel damit indirekt auch eine Rolle bei Ehestreitigkeiten, Auseinandersetzungen und möglicherweise sogar einigen Fällen von häuslicher Gewalt hat.

Nie hungrig streiten

Studienautor Bushman konkretisiert: „Es gibt einen einfachen, aber effektiven Rat: Sorgen Sie dafür, dass sie nicht hungrig sind, bevor sie eine schwierige Unterhaltung mit ihrem Ehepartner beginnen.“ An der Untersuchung nahmen insgesamt 107 Ehepaare teil. Über einen Testzeitraum von 21 Tage sollten die Studienteilnehmer jeden Abend bis zu 51 Nadeln in eine Voodoo-Puppe stechen, die stellvertretend für ihren Partner fungieren sollte. Zusätzlich wurde während der Studie zwei Mal täglich der Blutzuckerspiegel gemessen.

Interessant am Studienergebnis ist, dass auch jene Versuchsteilnehmer, die nach eigenen Angaben zufrieden mit ihrer Ehe sind, direkt durch gesteigerte Gereiztheit auf sinkende Blutzuckerwerte reagierten. „Wir fanden heraus, dass Hunger unser Verhalten negativ beeinflussen kann, sogar in unseren intimsten Beziehungen“, sagte Bushman.

Logischerweise sind die Studienergebnisse nicht nur für den Privatbereich anwendbar. Auch im Berufsleben kann das Wissen über hungrige oder satte Verhandlungsgegner relevant sein. Erfahrene Manager setzen die Macht des Hungers und des Durstes deshalb schon seit vielen Jahren gezeilt ein. Sie sorgen je nach erwünschter Stimmungslage ihres Gegenübers bei wichtigen Verhandlungen entweder für eine tolle kulinarische Versorgung vor oder bei den Meetings oder ordnen andernfalls explizit an, dass es nicht einmal Wasser im Besprechungszimmer gibt.

(relevant Redaktion)

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