Das Ende des analogen Satellitenfernsehens in Deutschland hemmt heuer die Geschäfte des weltweit führenden luxemburgischen Satellitenbetreibers SES. Der Umsatz werde wegen der für 30. April vorgesehenen Abschaltung der deutschen Analog-Kapazitäten nur um 2 Prozent steigen, sagte SES-Chef Romain Bausch am Freitag im luxemburgischen Betzdorf.
Ohne diese Abschaltung wären es 9 Prozent mehr Umsatz gewesen: "Wir wussten, dass das kommt - und nun kommt es halt in diesem Jahr." Für 2011 verzeichnete der Betreiber der Astra-Satellitenflotte einen Gewinnsprung. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 27 Prozent auf rund 618 Mio. Euro. Dies ist vor allem einem Rückgang der Finanzierungskosten um knapp 61 Mio. Euro und den um 58 Mio. Euro niedrigeren Steuerzahlungen zu verdanken. Der Umsatz blieb mit rund 1,73 Mrd. Euro stabil. Im vergangenen Jahr steigerte SES sein Auftragsvolumen um sechs Prozent auf 7 Mrd. Euro.
In Europa, wo SES über Astra gut 135 Mio. Haushalte erreicht, ist der deutsche Markt besonders wichtig. 17,5 Mio. Haushalte in Deutschland empfangen Fernsehen per Satellit - erstmals sind das mehr als die Kabel-Haushalte (17,3 Mio.). Von den 17,5 Mio. Haushalten empfangen noch etwa 1,8 Mio. das analoge Satellitenfernsehen.
Bei 5,9 Mio. Haushalten mit Satellitenschüsseln kommt das Programm in der besonders guten HD-Qualität an. Bausch rechnet damit, dass bis Jahresende eine Million Haushalte bereit sein werden, auch für den Empfang der privaten deutschen Fernsehsender in HD-Qualität (HD+) eine jährliche "Servicepauschale" von 50 Euro zu zahlen. Die neuen Märkte in Asien und Lateinamerika sollen in den nächsten Jahren noch stärker zum Wachstum von SES beitragen, sagte er.
(APA/dpa)

21.6°C
23.3°C
21.8°C
21.7°C





