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Spectralmind ordnet Musik "sinnvoll in Kreisen"

24.01.2012 - 10:43
Spectralmind-Entwickler und Head of Sales Ewald Peiszer und Johann Waldherr© APASpectralmind-Entwickler und Head of Sales Ewald Peiszer und Johann Waldherr

Die diesjährige Ausgabe der Midem setzt wie in den vergangenen Jahren erneut stark auf Neue Medien, Verschränkungen zwischen Musikangeboten und Online-Diensten sowie junge Start-Up-Firmen, die ihre Produkte teils erstmals vorstellen.

Seit 2009 im Geschäft ist das österreichische Musiktechnologie-Unternehmen Spectralmind, das 2011 erstmals auf der Musikmesse in Cannes vertreten war und dessen Gründer Thomas Lidy am 29. Jänner einen Vortrag über Musiksuche und deren Visualisierung halten wird. Im APA-Gespräch verrät Lidy künftige Ziele von Spectralmind, spricht über exaktere Analysen von Songstrukturen oder den interaktiven Aspekt von "sonarflow".

Auf diesen Namen hört eines der Produkte von Spectralmind. Ähnlich wie der für Business-Kunden konzipierte "SMINT Audio Search" bietet das auf der Analyse von Musik basierende Programm Empfehlungen für den Nutzer und eine optische Umsetzung. "Auf der Midem geht es uns vor allem um 'sonarflow', das derzeit auf iPad und iPhone verfügbar ist", so Lidy. "Meist wird immer noch eine Listendarstellung verwendet, wir hingegen ordnen Musik sinnvoll in Kreisen, sogenannten Bubbles, was ermöglicht, dass man schnell und einfach auf die gewünschte Musik zugreifen kann."

Ermöglicht wird dies über eine Analyse, die Ähnlichkeiten zwischen einzelnen Titeln erkennt. Als weiteren Weg sieht Lidy dabei Kooperationen mit anderen Diensten, um "Discovery Services" zu bieten: "Man entdeckt Musik, kann sie hören, kaufen oder streamen." Auf der Midem hofft man, Partner zu finden und stellt entsprechende Modelle vor. Adressiert werden dabei auch alteingesessene Player der Musikindustrie, wie etwa Labels, die ihre Künstler in die visuelle Darstellung integrieren können. "Wir erkennen, welche Musik die Nutzer schon haben, und dazu matchen wir, welche sie noch gerne hätten. So entdeckt der Nutzer Musik, die passt, und die Labels können ihre Künstler auf direktem Weg zur passenden Zielgruppe kanalisieren."

Die Messe selbst besuchte Lidy im vergangenen Jahr zum ersten Mal, wobei seiner Ansicht nach "der Start-Up-Bereich noch eher ein Schattendasein geführt hat". Durch eine Umstrukturierung sei dieser heuer stärker ins Zentrum gestellt worden. "Man hat auch bei der Midem erkannt, dass hier die Zukunft der Musikbranche liegt, da sind einfach sehr viele Ideen vorhanden." Schließlich spiele gerade bei der Nutzung von Musik im Internet auch Technologie eine wesentliche Rolle.

Der ideale Song für jede Szene

Spectralmind wiederum verfolgt Ausbaupläne, die verstärkt auf den Businessbereich abzielen. Eine Möglichkeit liege beispielsweise in der Medienproduktion: "Wenn etwa ein Film oder ein Werbespot produziert wird, suchen Redakteure nach passenden Musiktiteln." Meist gebe es dabei konkrete Vorstellungen, wie ein Song zu klingen habe, und bei der Suche nach "von der Charakteristik und Stimmung her ähnlichen Titeln" würde man per "SMINT" fündig werden. "Und zwar schneller, als es über Stichwörter möglich ist", betont Lidy.

Mittelfristig ist für Lidy aber auch die visuelle Komponente der Services bedeutend, diese werde auch "im Businessfeld eine Rolle spielen, wo man weggeht von traditionellen Oberflächen hin zu einer einfacheren Bedienbarkeit", was den Workflow verbessern und Zeitersparnis bedeuten würde. Dies bezeichnet Lidy gerade angesichts enorm wachsender Datenmengen im Online-Medienbereich als von besonderer Bedeutung. Potenzial zur Weiterentwicklung der beiden Produkte ist durchaus vorhanden, weshalb man auch mit der Forschung eng zusammenarbeite. Derzeit legt die Analyse noch den Fokus auf Klangfarbe, Rhythmusstrukturen oder einfache Melodiefolgen, künftig will man aber auch Instrumentenerkennung oder Akkordfolgen einbeziehen können. "Es wird aber noch ein paar Jahre dauern, bis das den Weg in die Industrie findet", resümiert Lidy.

Zusätzlich wäre es "sehr schön, wenn man etwa die Stimmung des Nutzers erfragen kann", was derzeit nur indirekt über die Songauswahl möglich sei. So soll "sonarflow" etwa in Richtung eines hybriden Systems weiterentwickelt werden, das analog zu Social-Media-Angeboten auch Feedback, Userprofile und soziale Interaktionen ermöglicht. Facebook sei in diesem Zusammenhang "natürlich ein Thema. Allerdings muss man sich das Modell genauer ansehen, wie viel Sinn es macht, das Service direkt in Facebook zu implementieren oder ob man sich besser nur lose andockt".

Das Gespräch führte Christoph Griessner/APA

Service: http://www.spectralmind.com; http://www.midem.com)

(APA)

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