Quelle: ZAMG

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Internet für Bewegtbild bereits Standard

22.09.2011 - 14:08

Dem Fernsehen von Morgen widmet sich heute, Donnerstag, Nachmittag der diesjährige "Internet Summit Austria" in Wien und will dabei vor allem Konvergenzen von TV und Internet beleuchten. Als Keynote-Speaker fungiert bei der vom Verband der österreichischen Internet-Anbieter (ISPA) organisierten Konferenz der deutsche Online-Experte Bertram Gugel.

Nach Gugels Ansicht befinde man sich derzeit in der "Halbzeitpause, und es steht Eins zu Eins", wie er am Vormittag bei einem Pressegespräch erläuterte. Zwar sei das Internet "für die Übertragung von Bewegtbild bereits defakto Standard", allerdings dürfe die Kernkompetenz des Fernsehens nicht außer Acht gelassen werden.

Diese Kompetenz bestehe einerseits aus dem Angebot eines Vollprogramms, das man sich als User im Netz selbst zusammenstellen müsse, und andererseits der "sozialen Situation": "Man konsumiert gemeinsam mit anderen." Bisher ist es entsprechenden Anwendungen im Internet laut Gugel nicht gelungen, "die sozialen Geflechte, die um das Fernsehen herum bestehen", adäquat zu übersetzen. Dennoch dürfe man sich keine Illusionen machen: "Das Fernehen hat kein Monopol mehr, es besteht jetzt neben anderen Inhalten."

Adieu DVD

Bedeutend kritischer seien aktuelle Entwicklungen allerdings für die Filmbranche. "Die DVD wird es nicht mehr lange geben", so der Online-Experte, zu viele Endgeräte kämen bereits ohne entsprechendes Laufwerk aus. "Die Cashcow für die Filmindustrie wird damit wegbrechen und entsprechende Video-on-Demand-Modelle gibt es noch nicht." Darüber hinaus fehle den Usern in Bezug auf digitale Kopien noch das Vertrauen, dass die Files auch künftig nutzbar sein werden. Hier benötige es eine entsprechende Instanz, die die Industrie erst schaffen müsse.

Ein weiteres Stichwort, das beinahe seit Einführung des Internet in der Diskussion herumgeistert, ist Interaktivität. Laut Gugel gehe es aber weniger darum, verschiedene Endgeräte in einem zusammenzuführen, als diese parallel zu nutzen. Das Internet könne durch Diskussionen auf Twitter oder ähnlichen Portalen dem Fernsehkonsum sogar zugutekommen. "Das ermuntert auch wieder live fernzusehen. Hier realisiert das Internet Mehrwert auf Basis des existierenden Fernsehprogramms." Auch Abstimmungen bei Castingshows oder ähnlichem könnten von SMS und Telefon auf Online-Anwendungen verlagert werden, sodass es sich finanziell für die Sender rechne. "Dass man das Publikum interagieren lässt, wird zum Standard werden."

Intelligente Inhalte gesucht

Grundsätzlich ist die Suche nach der "Killerapp", die die technischen Möglichkeiten des Internet mit Nutzungsverhalten und Massenwirkung von Fernsehen zusammenführe, noch ergebnislos. Es werde aber nicht die "eierlegende Wollmilchsau" werden, so Gugel - diese existiere mit Smartphones bereits. Der Medienexperte ist eher der Überzeugung, dass sich der Fernseher als Endgerät zum bloßen Bildschirm wandeln wird. "Die Frage ist also, wie ich intelligent Inhalte auf den großen Bildschirm bringen kann?" Gerade Rundfunkanbieter könnten diesbezüglich ihre Kompetenz ausspielen. Deren Existenz sei schließlich "nicht an den Übertragungsweg gekoppelt", so Gugel.

Wofür der deutsche Online-Experte im Gespräch allerdings wenig Raum ließ, war die finanzielle Komponente dieser neuen Möglichkeiten. Es sei zwar klar, dass man online Geld verdienen kann, wie verschiedene Unternehmen allen voran in den USA gezeigt hätten. Allerdings sei es auch hierbei eine Frage der Qualität: "Geld ist dann drinnen, wenn das Service stimmt."

Service: http://www.internetsummit.at; http://www.gugelproductions.de

(APA)

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