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Hypo Kärnten dürfte 2010 tiefrot abschließen

24.03.2011 - 13:59
Probleme wurden "weitestgehend ausgeputzt"© APA/EPAProbleme wurden "weitestgehend ausgeputzt"

Die verstaatlichte Kärntner Hypo Alpe Adria Bank dürfte auch das Geschäftsjahr 2010 tief in den roten Zahlen abgeschlossen haben. Das ist laut Tageszeitung "Der Standard" aus Eigentümerkreisen zu hören. Demnach werde der Verlust bei etwas mehr als einer Milliarde Euro liegen und damit über den angekündigten 700 bis 900 Mio. Euro.

Die Wertberichtigungen für faule Kredite dürften erneut rund 1,3 Mrd. Euro erreichen. Die Bank dürfte ihre Probleme damit "weitestgehend ausgeputzt" haben, die Problemkredite und Problem-Leasingfälle dürften jetzt wirklich er- und bekannt und in der Bilanz berücksichtigt sein, so die Zeitung unter Berufung auf Kenner der Bank. 2009 mussten 1,7 Mrd. Euro wertberichtigt werden, der Verlust lag bei rund 1,6 Mrd. Euro. Weitere Geldspritzen von Staat und Steuerzahler sollen nach Tunlichkeit vermieden werden, heißt es weiter. Was die Eigenkapitalausstattung betreffe, erfülle die Staatsbank die gesetzlichen Vorschriften: Die Quote liege bei ungefähr zehn Prozent. Ende 2011 soll der Turn-around geschafft werden.

Schalle: FMA machte Politik gegen die Hypo

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat gegen die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) Politik gemacht. Das sei sein Eindruck gewesen, sagte Veit Schalle Mitglied des Aufsichtsrats, der in dieser Funktion vom Land Kärnten entsandt war, am 23. März vor dem Kärntner Hypo-Untersuchungsausschuss. "Das war nicht sehr angenehm", erklärte Schalle. Wie schon der Zeuge Günter Striedinger vor ihm kritisierte auch er das Management der BayernLB. Die Bayern hätten leider alles falsch gemacht, denn das Ostgeschäft habe schon sehr viel Fantasie, meint er. "Aber sie haben es lehrbuchmäßig vergeigt". Es seien keine Entscheidungen mehr getroffen worden. Bis dorthin sei alles auf Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger und kurze Entscheidungswege konzentriert gewesen.

Den Preis, den die Bayern für die Hypo bezahlt haben, bezeichnete er als fair. Er selbst habe sich an der Hypo in keiner Phase beteiligt. Bei Krediten habe man im Vorfeld immer die Unterlagen bekommen. Bei Problemen habe sich der Finanzausschuss damit auseinandergesetzt. Er selbst habe sich Tourismusprojekte in Kroatien angeschaut. "Die waren schwer in Ordnung", meinte er. Das damalige Wachstum war für ihn "nachvollziehbar". Zur Entscheidung, Ex-Vorstand Kulterer als Aufsichtsratschef zu installieren, sagte er, das sei aus seiner Sicht "zwingend notwendig" gewesen, da dieser das größte Wissen über die Bank gehabt habe.

(APA)

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