Der französische Vermögensverwalter Amundi, der voriges Jahr auch in Österreich gestartet ist, setzt auf sogenannte Absolute-Return-Strategien, will also positive Renditen erwirtschaften, ohne sich zu sehr an einer Benchmark bzw. dem Kapitalmarkt zu orientieren.
Diese Veranlagungsstrategie habe sich auch in der Krise bewährt, sagte Hubert Dänner, Chef von Amundi Deutschland und Österreich, am 17. März in Wien. Für institutionelle Investoren blieben außerdem Schwellenländer wie Brasilien oder China interessant - sowohl Aktien als auch Anleihen. "Für Anleihen in Lokal- und in Fremdwährung erwarten wir nach einem sehr guten vergangenen Jahr auch 2011 attraktive Renditen" - wenngleich es heuer schwieriger werden sollte, zweistellige Gewinne zu erwirtschaften, so Bond- und Absolute-Return-Spezialist Adrian Bender.
Kurzfristig sprächen vor allem die niedrigen Zinsen in den Industriestaaten für Schwellenländer. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) und US-Notenbank Fed geschaffene Überschussliquidität habe Investments in Schwellenländer begünstigt. In der Folge sei es in vielen dieser Staaten zu Währungsaufwertungen gekommen. Zusätzliche Impulse für die Schwellenländer erwartet Bender etwa von den verbesserten Leistungsbilanzen, steigenden Währungsreserven und der guten Lage der öffentlichen und privaten Haushalte.
Aktien aus Emerging Markets unterbewertet
In den kommenden Jahren werden private Haushalte über mehr Einkommen und mehr Finanzierungsmöglichkeiten verfügen, was den Konsum ankurbeln dürfte, meint auch Aktien-Fachmann Omar Habache. Aktien aus den sogenannten Emerging Markets seien momentan um 8 Prozent unterbewertet. Amundi-Vorgänger CAAM, die Fondsgesellschaft der französischen Großbank Credit Agricole, gehörte zu den ersten Vermögensverwaltern mit Schwellenländerfonds. Heute verwaltet Amundi in den Investmentzentren in Paris, London, Hongkong und Singapur laut Eigenangaben rund 30,7 Mrd. Euro.
Weltweit belaufen sich die Assets under Management (AuM) auf knapp 690 Mrd. Euro. Damit ist Amundi weltweit die Nummer acht und in Kontinentaleuropa nach Allianz und UBS die Nummer drei. Das für deutsche und österreichische Kunden verwaltete Vermögen beläuft sich auf etwa 3,5 Mrd. Euro, den Österreich-Anteil bezifferte Dänner mit 500 Mio. Euro. Für die beiden Märkte, die seit dem Vorjahr beackert werden, hat sich Amundi ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: In den nächsten fünf Jahren soll das verwaltete Vermögen auf 7 Mrd. Euro verdoppelt werden - sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Distributoren.
Amundi ist ein Joint Venture der Fondsgesellschaften der französischen Banken Credit Agricole (CAMM) und Societe Generale (SGAM). Die u. a. in Asien stark aktive Credit Agricole hält 75 Prozent.
(APA)

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