Quelle: ZAMG

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Fonds reagieren auf Kursgewinnsteuer

21.01.2011 - 16:20

In der heimischen Fondsbranche regt sich vermehrt Widerstand gegen die mit Jahresbeginn in Kraft getretene Kursgewinnsteuer (Wertpapier-KESt). "Wir werden trachten, die Steuerbelastung für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten", kündigte der Chef der Erste Asset Management, Heinz Bednar, am 21. Jänner bei einem Pressegespräch in Wien an.

Dass die neue Steuer wie geplant ab Oktober eingehoben werden wird, steht für Bednar so gut wie fest. Man werde aber alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die negativen Auswirkungen auf die Kunden so gering wie möglich zu halten. "Es stört mich, dass unsere Portfolio-Manager jetzt bei der Veranlagung auch die Steuer berücksichtigen müssen", führte Bednar aus. Für die Fondskunden dürften sich die zusätzlichen Kosten im Endeffekt nur gering auswirken, glaubt der Fondsexperte. Die wirklichen Kosten entstünden durch die technische Umsetzung des Gesetzes in der EDV. Diese werden wie berichtet von den heimischen Banken auf bis zu 250 Mio. Euro geschätzt.

Fokus auf steuerliche Möglichkeiten

Um die Kosten für die Kunden so gering wie möglich zu halten, werde künftig das Fondsmanagement bei der Veranlagung verstärkt auf die steuerlichen Möglichkeiten Rücksicht nehmen, kündigte Bednar an. Durch die Möglichkeit von Verlustvorträgen und Verlustausgleichen werden die Fonds gegenüber alternativen Veranlagungsmöglichkeiten nicht schlechter gestellt sein. Für die Kunden werde es allerdings schwierig werden, zu sehen, ob und wofür die 25 Prozent Vermögenszuwachssteuer bezahlt worden seien. Man werde ihnen aber alle notwendigen Infos zur Verfügung stellen. "Durch das sehr komplexe Verrechnungsschema werden wir schon sehr gefordert sein", meinte Bednar.

Um die Möglichkeiten zum steuerschonenden Verlustausgleich innerhalb eines Fonds optimal zu nutzen, dürften künftig Fondsmanager - im Gegensatz zur bisherige Praxis - eher in Anleihen mit höheren Kupons veranlagen. Da die Kapitalertragssteuer (KESt) für Anleihen auf Basis des Kupons berechnet werde, könnten dadurch künftig aus steuerlicher Sicht Zinserträge besser mit Kursverlusten gegengerechnet werden. Aufgrund dieser Möglichkeiten zum Verlustausgleich würden die vom Finanzministerium veranschlagten Einnahmen bei weitem nicht in dem geplanten Ausmaß realisiert werden können. Die Einnahmen aus der Kursgewinnsteuer werden - da sie faktisch erst ab Oktober eingehoben wird - für heuer auf 30 Mio. Euro geschätzt und sollen dann bis 2014 auf 250 Mio. Euro steigen.

(APA)

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