Quelle: ZAMG

Wirtschaftskolumne

Partner

PR Inside

Hypo - Liechtenstein-Millionen an Gaston Glock

10.01.2011 - 14:41
Kulterer gab Gelder an Waffenproduzenten Glock© APAKulterer gab Gelder an Waffenproduzenten Glock

Drei Millionen Euro hatte Wolfgang Kulterer, Ex-Vorstandschef der Hypo Alpe Adria Bank, 2005 in Liechtenstein in bar von einem Konto der dortigen Hypo abgehoben. Monatelang wurde über den Verbleib des Geldes spekuliert, nun ist der Name bekannt. Es handelt sich um den Waffenproduzenten Gaston Glock.

Leo Grötschnig, Anwalt der CSI Hypo, bestätigte am 9. Jänner auf APA-Anfrage einen entsprechenden Bericht des "Kurier". "Ja, das ist richtig", sagte Grötschnig auf die Frage, ob Kulterer-Verteidiger Ferdinand Lanker tatsächlich Glock als Empfänger genannt habe. "Der Verteidiger von Kulterer, Dr. Ferdinand Lanker, hat den Namen Anfang Dezember mündlich genannt, wollte das aber nicht schriftlich bestätigen." Man habe auch bereits die Staatsanwaltschaft informiert, betonte Grötschnig. Glocks Anwälte kündigten auf APA-Anfrage eine schriftliche Stellungnahme an.

Verbleib der 51 Mio. US-Dollar weiter ungeklärt

Weiterhin unklar ist der Verbleib jener 51 Mio. US-Dollar, die vom gleichen Schweizer Konto in die Karibik überwiesen worden sind, von dem auch die drei Mio. Euro nach Liechtenstein weitergeleitet worden waren. Der Chef der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, betonte am 9. Jänner gegenüber der APA, dass man "mit Nachdruck" Nachforschungen anstelle. Zu der Meldung, dass Glock die drei Millionen Euro von Kulterer übernommen habe, meinte Peschorn: "Es hat sich lediglich um Andeutungen gehandelt." Peschorn erklärte, Lanker sei der Aufforderung, den Namen des Empfängers schriftlich und mit den entsprechenden Nachweisen versehen bekanntzugeben, bis dato nicht nachgekommen. "Daher sind das nur Gerüchte und Andeutungen, die ich überhaupt nicht ernst nehme."

Der Steuerberater Glocks, Jörg Andreas Lohr, wollte auf APA-Anfrage zum "Kurier"-Bericht nicht Stellung nehmen: "Ich möchte diesen Bericht nicht kommentieren, da müssen Sie schon jene fragen, die ihn lanciert haben." Gaston Glock junior erklärte, er könne zu der Angelegenheit überhaupt nichts sagen. "Ich habe damit überhaupt nichts zu tun." Einer der Anwälte Glocks, Elmar Ther, konnte nicht ad-hoc Stellung beziehen. Es gebe innerhalb der ganzen Glock-Gruppe einen Beschluss, Medienanfragen nur schriftlich zu beantworten.

Kulterer-Anwalt will Finanzprokuratur klagen

Lanker hat nun angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Finanzprokuratur einzuleiten. Lanker sieht in der Veröffentlichung des Namens jenes Bankkunden, der 2005 in Liechtenstein von Kulterer drei Mio. Euro in bar erhalten hat, einen Bruch des Bankgeheimnisses und der Verschwiegenheitspflicht. Er und sein Mandant Kulterer hätten sich stets an das Bankgeheimnis und eine von Kulterer mit der Hypo Alpe Adria Bank abgeschlossenen Verschwiegenheitspflicht gehalten, betonte Lanker in einer Aussendung.

Aufgrund strafrechtlich relevanter Vorwürfe habe man den Rechtsanwalt Leo Grötschnig von der Kanzlei Guido Held am 9. Dezember mündlich über den tatsächlichen Sachverhalt informiert. Dazu sei auch eine schriftliche Unterlage ausgehändigt sowie die Staatsanwaltschaft Klagenfurt verständigt worden. Daher werde man gegen Peschorn und die Verantwortlichen in der CSI Hypo rechtliche Schritte wegen Amtsmissbrauch, Rufschädigung, Kreditschädigung und Verleumdung einleiten. Peschorn selbst wollte zu den Vorwürfen Lankers nicht Stellung nehmen.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech