Quelle: ZAMG

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Österreichs Pensionssystem nur Vorletzter bei Nachhaltigkeit

19.10.2015 - 12:40
Eine internationale Vergleichsstudie des Beratungsunternehmens Mercer kommt zum Ergebnis, dass Österreichs Pensionssystem ein Nachhaltigkeitsproblem hat und die Pensionen demnach nicht sicher sind.
Pensionen in Österreicher unsicher© APAPensionen in Österreicher unsicher

Insgesamt hat Mercer in einer Studie 25 Länder hinsichtlich der Nachhaltigkeit des aktuellen Pensionssystems untersucht. In diesem "Melbourne Mercer Global Pension Index" belegt Österreich in Sachen Nachhaltigkeit von den untersuchten Ländern nur den mehr als bescheidenen vorletzten Rang. Nur Italien hat demnach ein noch reparaturbedürftiges Pensionssystem. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) steht mit seiner beschwichtigenden Meinung, Österreichs Pensionssystem sei zukunftssicher, langsam komplett alleine da.

Nimmt man alle Kriterien zusammen und betrachtet nicht nur wie zukunftsfit die Rentensysteme sind, dann erreicht Österreich immerhin Platz 18 von 25, liegt aber auch da bei den Schlechtesten.

An der Spitze des Rankings finden sich jene Länder, deren Regierungen ihre Hausaufgaben an Reformen längst erledigt haben: Dänemark führt den "Melbourne Mercer Global Pension Index" an, gefolgt von Australien und den Niederlanden. Die Schlusslichter des Rankings sind Indien, Südkorea und Japan.

Besorgniserregend am Ergebnis für Österreich sind allerdings nicht nur die jahrelang verschleppten Reformen durch die Politik. Denn neben den staatlichen Rentensystemen und der betrieblichen Altersversorgung wurden bei der Untersuchung auch private Anlagen und Vorsorgemaßnahmen berücksichtigt.

Regierung hat Reformen verschlafen

Anpassungen an die demografische Entwicklung wie eine erhöhte Lebenserwartung, wurden in Österreich bis dato fast komplett verschlafen. Demnach schneidet Österreich bei der Nachhaltigkeit so schlecht ab, da heute viel zu geringe Mittel zurückgelegt werden um zukünftige Pensionisten bezahlen können. Die Unterschiede im Ländervergleich sind dabei enorm. So spart Indonesien nur 1,8 Prozent des BIP und Österreich auch nur 6 Prozent des BIP dafür an. In den Niederlanden sind es hingegen 160,6 Prozent des BIP und in Dänemark gar 168,9 Prozent des BIP, was dann tatsächlich mehr als „nachhaltig“ bezeichnet werden darf.

(relevant Redaktion)

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