Quelle: ZAMG

Wirtschaftskolumne

Partner

PR Inside

USA: vorerst keine Zinserhöhung durch die FED

18.09.2015 - 09:22
FED-Chefin Janet Yellen schiebt die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren weiter auf.
Zinsen unverändert© Janet Yellen© US Department of the Treasury, via Wikimedia CommonsZinsen unverändert

Zuletzt hatten sich die Anzeichen dafür immer mehr verdichtet. Fast schon erwarten durfte man deshalb, dass die US-Notenbank Fed den Schlüsselsatz für die Versorgung der Finanzbranche mit Geld unverändert bei einer Spanne von null bis 0,25 Prozent belässt. Wie das Führungsgremium der Notenbank mitteilte, sei die Zeit noch nicht reif für eine Erhöhung.

Maßgeblichen Einfluss auf eine weitere Verschiebung der Zinsanhebung dürfte der Börsencrash in China und die daraus resultierende Ungewissheit für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft haben. So zumindest argumentierte Fed-Chefin Janet Yellen die Entscheidung: “Ein Großteil unserer Aufmerksamkeit lag auf Risiken rund um China und die Schwellenländer."

Unbestritten bleibt das Ziel, die Zinsen bald anzuheben. Ob die Zinswende im Oktober, im Dezember oder erst im kommenden Jahr kommen wird, ließ Yellen offen.

Der Druck der Schwellenländer, aber auch der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Zinsen erst im kommenden Jahr zu erhöhen, scheint Wirkung zu zeigen. 

Während linke Ökonomen die Fortsetzung der lockeren Geld- und Zinspolitik und damit auch diese Entscheidung begrüßen, hagelt es Kritik von Seiten liberaler Wirtschaftsexperten. So kritisiert etwas IFO-Chef Hans-Werner Sinn die seiner Meinung nach weit überfällige Zinsanhebung. Bereits jetzt hätte die Niedrigzinspolitik zur Bildung von Preisblasen geführt, die bei weiterem Zögern dann später, dafür aber umso lauter platzen würden. Dies werde die Banken dann wieder in große Not bringen. Die Rekordstände der Börsen, deren Entwicklung sich von der Wirtschaftsentwicklung bereits extrem weit abgekoppelt hat, bestätigen ihn.

Alleine für Anleihen-Kaufprogrammen sind zu Konjunkturbelebung rund 4,4 Billionen Dollar ausgegeben worden, die den Markt verzerren.

(relevant Redaktion)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech