Quelle: ZAMG

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China: „Dagegen ist die Lehman-Pleite ein Kindergeburtstag"

25.08.2015 - 12:35
Der Wachstumsrückgang in China erschüttert weltweit die Finanzmärkte. Die offiziellen Wachstumszahlen werden von der Chinesischen Regierung jedenfalls seit Jahren manipuliert.
Wirtschaftskrise in China© APA (epa)Wirtschaftskrise in China

China hat das Vertrauen der Investoren verloren. Am gestrigen schwarzen Montag hat China den größten Kursrutsch seit acht Jahren erlebt. Am Dienstag sackte der wichtige Shanghai Composite Index zum Handelsauftakt gleich nochmals um mehr als 6 Prozent ab.

Sorgen machen sich darüber allerdings nicht nur Investmentbanker sondern Menschen rund um den Planeten. Denn längst ist China zu einem wichtigen Player und Motor der Weltwirtschaft geworden. Eine harte Landung Chinas, wie wir sie derzeit erleben, wird Folgen für die Konjunktur der ganzen Welt haben.

Schon werden Parallelen mit Japan gezogen. Droht China ein ähnlicher Absturz wie einst dem Nachbarn? Ende der 80er stieg Japan als die neue Wirtschaftsweltmacht auf und galt als Vorbild, doch fiel es bald in eine Depression, die bis heute nicht überwunden werden konnte.

Ein Problem Chinas ist mangelnde Glaubwürdigkeit. So sind sich volkswirtschaftliche Analysten einig, dass die Konjunkturdaten des Landes seit vielen Jahren manipuliert werden. Niemand traut den offiziellen Statistiken der chinesischen Regierung, gleichzeitig weiß niemand, wies es tatsächlich um das Wachstum des Landes bestellt ist.

Während die Regierung in Peking für heuer ein Wachstum von sieben Prozent erwartet, gehen internationale Experten von einem Wachstum von nur noch weniger als sechs Prozent aus. Und diese Entwicklung abschwächenden Wachstums kann auch nicht überraschen, ist doch das Pro-Kopf-Einkommen seit Beginn der 90er-Jahre in China um das 24-fache gewachsen. Damit verdient der durchschnittliche Chinese heute bereist so viel, wie ein Bürger des EU-Mitglieds Bulgarien. Wenig überraschend, kann die Wirtschaft auf diesem Niveau nicht mehr so stark weiter wachsen.

Demnach war eine Korrektur der längst irrational wuchernden Börsen- und Anleihenkurse mehr als überfällig. All die Billionen an frisch gedrucktem Geld der Europäischen Notenbank (EZB) aber auch der US-Zentralbank (FED) haben ihre von Ökonomen vorausgesagte einzige Wirkung nicht verfehlt – die Bildung einer gigantischen neuen Spekulationsblase. Und diese platzt derzeit. Ob vollständig oder in Raten, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

(relevant Redaktion)

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