Quelle: ZAMG

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EU-Parlament offen für Schiefergas-Ausbeutung

21.11.2012 - 16:30
Fracking wird nationale Angelegenheit© NEXENFracking wird nationale Angelegenheit

Die Förderung von Schiefergas-Vorkommen, die auch in Österreich umstritten ist, soll nach dem Willen des EU-Parlaments in Europa grundsätzlich möglich sein. Die Parlamentarier beschlossen am Mittwoch Entschließungen, wonach die Nationalstaaten selbst über die Anwendung des umstrittenen sogenannten Fracking entscheiden sollen. Voraussetzung müssen aber strenge Umweltstandards sein.

Der Antrag der Grünen für ein völliges Fracking-Verbot fand im EU-Parlament keine Mehrheit. Mit dem Fracking können bisher unerschlossene Gas- und Ölreserven gefördert werden. Die USA wenden die Methode bereits in großem Stil an. Die Risiken für die Umwelt schätzen Kritiker allerdings als beträchtlich ein.

So hat etwa in Deutschland das Umweltbundesamt davor gewarnt. Auch Umweltminister Peter Altmaier sieht das Fracking in Deutschland kritisch und erwartet keinen Einsatz. Im Wirtschaftsministerium wird es wegen des Widerstands von Bürgerinitiativen als wenig chancenreich eingestuft. In Deutschland trafen auch Projekte für die unterirdische Einlagerung von Kohlendioxid auf massiven Widerstand und gelten als gescheitert.

Unter den übrigen EU-Staaten gibt es keine einheitliche Meinung zum Fracking: Während etwa Polen darin große Chancen sieht, lehnen es Bulgarien und Rumänien ab. Auch Frankreich hat sich klar dagegen ausgesprochen.

Um Schiefergas zu fördern, muss Wasser unter sehr hohem Druck in mehrere hundert Meter tiefe Bohrlöcher gepresst werden. Allein für die Bohrung werden mehrere Millionen Liter benötigt. Durch den Druck werden das Schiefergestein aufgebrochen und darin verborgene Gasreserven freigesetzt. Die anschließende Gasförderung erfordert weitere acht bis 14 Millionen Liter je Bohrung. Dem Bohrwasser werden zudem Chemikalien zugesetzt, was als Gefahr für das Grundwasser gilt.

(APA/ag)

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